Moschee-Bomber erlangt in neuem Prozess Freispruch

Dresden - Freispruch für den Moschee-Bomber. Nino K. (32) bekommt keine weitere Strafe. So urteilte das Landgericht Dresden am Dienstag über den Anlagenmonteur, der einst im "Moschee-Prozess" den Chefermittler angefaucht hatte.

Nino K. (32) hat noch viele Jahre Haft vor sich.
Nino K. (32) hat noch viele Jahre Haft vor sich.  © privat

"Nicht jede Unverschämtheit ist eine Beleidigung", begründete Richter Joachim Kubista (55) die Entscheidung.

Laut Generalstaatsanwalt hatte Nino K. seinerzeit im "Moschee-Prozess" den Ermittler Marko R. (42) mit den Worten: "Ich mache Dich fertig, mein Freund. Wir sehen uns noch. Du wirst schon sehen", genötigt und beleidigt. Wie berichtet, war Nino K. für die rüde Ansprache an dem im Zeugenstand sitzenden Ermittler sofort vom damaligen Gericht bestraft worden. Er bekam drei Tage Ordnungshaft.

Überdies wurde sein Gemaule im Urteil strafschärfend berücksichtigt. Wegen der Anschläge auf die Moschee und das ICC kassierte der Anlagemonteur damals neun Jahre und acht Monate Haft.

Die Generalstaatsanwaltschaft (GenSta) klagte Nino unabhängig davon aber erneut an. Denn: Es gibt eine Verfügung aus dem eigenen Haus, wonach Angriffe aller Art auf Polizisten verfolgt müssen und die Fälle nicht mehr eingestellt werden dürfen.

Nino K. muss Strafe für Anschläge natürlich weiter absitzen

Der Freispruch brachte Nino K. (32) nur einen kleinen Sieg.
Der Freispruch brachte Nino K. (32) nur einen kleinen Sieg.  © privat

"Polizisten müssen sich wirklich nicht alles gefallen lassen", erklärte Richter Kubista im jetzigen Prozess. "Aber die Einzelfälle sollten genau geprüft werden, um angemessen zu reagieren."

Denn letztlich kam in zwei Tagen neuen Prozess heraus: Die Worte sind so nicht gefallen. Der Ankläger hatte dennoch im Plädoyer eine Geldstrafe deshalb gefordert, mithin eine Erhöhung des Moschee-Urteils auf neun Jahre und neun Monate.

Das lehnten die Richter ab. Sie sprachen Nino K. von Vorwurf der versuchten Nötigung und Beleidigung frei. Seine Strafe für die Anschläge auf die Moschee muss er freilich absitzen.

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