Noch mehr Parkplatzärger! Sicherheitabstand für Radler bedroht Hunderte Autostellflächen

Dresden - 2018 starb eine Radlerin auf dem Radweg an der St. Petersburger Straße in Dresden. Sie war in eine sich öffnende Autotür eines parkenden Autos gefahren. Das Rathaus hat jetzt stadtweit analysiert, wo vergleichbare Unfälle drohen. Hunderte Parkplätze sind bedroht.

2018 starb eine Radfahrerin an der St. Petersburger Straße. Ihr Tod hat ein stadtweites Umdenken über zu schmale Radwege angeschoben.
2018 starb eine Radfahrerin an der St. Petersburger Straße. Ihr Tod hat ein stadtweites Umdenken über zu schmale Radwege angeschoben.  © Petra Hornig

Der Unfall an der Petersburger hatte direkte Konsequenzen. Zwischen Georgplatz und Hauptbahnhof verschwanden die längs angeordneten Stellflächen, der Radweg wurde entsprechend breiter. Jetzt liegt eine Übersicht vor, wo ähnlich dringender Handlungsbedarf herrscht.

Die Verwaltung hat dabei in mehrere Kategorien unterschieden. Auf Teilen der Fetscherstraße, der Marienstraße und der Glacisstraße sind demnach Schutzräume für Radfahrer nicht breit genug, obwohl "dies notwendig wäre". Mehr als 60 Parkplätze müssten entfallen, um ausreichend sichere Radwege zu ermöglichen.

Entlang weiterer fünf Strecken ist der Schutzraum für Radler nicht mindestens 50 Zentimeter groß. Allein an der Striesener Straße betrifft dies 120 Parkflächen. Insgesamt wären 170 Plätze betroffen.

"Die Sicherheit der Radler muss endlich höher bewertet werden als ruhender Verkehr", fordert ADFC-Vorstand Gesa Dickert (39).

Immerhin: Viele Radwege sind sicher

Wichtig für Autofahrer: Die Stadt hat einen Großteil der Radwege insgesamt als sicher eingestuft. Entlang der Winterbergstraße wird beispielsweise ein nicht ausreichend breiter Sicherheitsraum wegen der wenigen Parkvorgänge toleriert.

Veit Böhm (54, CDU): "Strecken, die als gefährlich erkannt werden, müssen entschärft werden." Es sei aber keine Lösung, Parkplätze einfach abzuordnen, ohne Ausgleich zu schaffen. "Parken für Anwohner muss weiterhin möglich sein. An lokale Händler muss gedacht werden."

Stefan Engel (27, SPD): "Die Stadt hat eine Verkehrssicherungspflicht. An den Stellen, wo die Verwaltung jetzt festgestellt hat, dass kein Schutzraum vorhanden ist, muss sehr schnell gehandelt werden."

Veit Böhm (54, CDU) fordert Ausweich-Stellflächen für wegfallende Parkplätze.
Veit Böhm (54, CDU) fordert Ausweich-Stellflächen für wegfallende Parkplätze.  © Steffen Füssel
An der Striesener Straße ist der Schutzstreifen für Radler nicht ausreichend breit.
An der Striesener Straße ist der Schutzstreifen für Radler nicht ausreichend breit.  © Steffen Füssel
Auf Teilen der Fetscherstraße besteht laut Rathaus dringender Handlungsbedarf.
Auf Teilen der Fetscherstraße besteht laut Rathaus dringender Handlungsbedarf.  © Steffen Füssel

Titelfoto: Petra Hornig, Steffen Füssel

Mehr zum Thema Dresden Lokal:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0