Nur wenige bei Pegida-Jubiläum in Dresden, dafür doppelt so viele Gegendemonstranten

Dresden - Langsam gehen die Großdemo-Tage für Pegida zuende: Trotz strahlendem Sonnenscheins fanden sich keine 2500 Teilnehmer mehr auf dem Dresdner Neumarkt zusammen. Erstmals standen ihnen dort bis zu 5000 Gegendemonstranten gegenüber.

Lutz Bachmann (46) hielt vor Ort eine Rede.
Lutz Bachmann (46) hielt vor Ort eine Rede.  © Eric Münch

Fünf Jahre Pegida, das wollte Gründer Lutz Bachmann (46) groß feiern, doch mittlerweile folgten seinem Ruf keine bis zu 20.000 mehr, sondern nur noch ein Zehntel. Nach nur 2,5 Stunden hatten dann die Redner, wie Martin Sellner (30), Führungsfigur der "Idenditären Bewegung" ihr Programm bereits abgespult.

Ganz ohne Straftaten lief die fremdendenfeindliche Geburtstagfeier allerdings nicht ab: Zwei Pegida-Teilnehmer (40,62) bekamen eine Anzeige wegen Zeigen des Hitlergrußes, zweimal flogen Ampullen mit einer stinkenden Flüssigkeit Richtung Gegendemonstranten (TAG24 berichtete). Die Kripo ermittelt.

Auch ging die Polizei diesmal gegen umgedrehte Deutschlandfahnen vor: "Es besteht der Anfangsverdacht der Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole", erklärte Polizeisprecher Thomas Geithner (45).

OB Hilbert vor Ort

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (47,FDP) hielt eine Rede.
Oberbürgermeister Dirk Hilbert (47,FDP) hielt eine Rede.  © Thomas Türpe

Auch gegen einen Demonstranten, dessen Plakat in Bezug auf Angela Merkel (65, CDU) fragte "Wann wird dieses Wesen endgültig entsorgt?" prüft die Polizei den Verdacht einer Straftat.

Ganz ohne kriminelle Machenschaften kamen laut Polizei die bis zu 5000 Demonstranten unter der Motto "Herz statt Hetze" aus.

Während ein Teil von ihnen lautstark direkt am Rande der Pegida-Kundgebung protestierte, stellte sich Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (47,FDP) auf der Wilsdruffer Straße den Fragen der Demonstranten.

Dort lobte er deren Engagement und teilte nochmal gegen die AfD aus, die er seit einem Gerichtsurteil bei Facebook nicht mehr als "schädliches Element" bezeichnen darf: "Zu meiner Meinung, die ich das geäußert habe", so der OB. "Da gibt es nichts zu ergänzen, dazu stehe ich."

Komplette Rede von OB Hilbert auf Twitter

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