OB Hilbert stinksauer! Kostenexplosion beim Altmarkt-Umbau

Dresden - Es ist der älteste und wichtigste Platz von Dresden. Erst vor neun Jahren wurde der Altmarkt für 25 Millionen Euro komplett neu gestaltet: Brunnen, Pflaster, Tiefgarage. Jetzt ist er für OB Hilbert das aktuell größte Ärgernis.

Erst mal kann der Altmarkt noch für Striezelmarkt & Co. genutzt werden. Doch gleich nach Fertigstellung der Augustusbrücke wird der Platz zur gigantischen Baustelle werden.
Erst mal kann der Altmarkt noch für Striezelmarkt & Co. genutzt werden. Doch gleich nach Fertigstellung der Augustusbrücke wird der Platz zur gigantischen Baustelle werden.  © Steffen Füssel

Im Zuge von geplanten Leitungsverlegungen für den berühmten Striezelmarkt stellte sich heraus: Der schöne Platz ist ein millionenschwerer Sanierungsfall - der Oberbürgermeister tobt.

Nach der Neugestaltung des Striezelmarktes sollten nun auch die unterirdischen Anschlüsse neu geordnet werden. Geplante Kosten: eine Million Euro.

Dann der Schock: Bei Voruntersuchungen stellte sich heraus, dass der Platz nicht ganz dicht ist. An vielen Stellen tritt Wasser ins Leitungssysstem ein. Zudem zeigte sich, dass die Stromversorgung des Platzes viel zu schwach ausgelegt war. Das hat enorme Folgen für Dresdens Stadtsäckel.

Im Haushaltsausschuss musste jetzt das Umbau-Budget auf fünf Millionen Euro erhöht werden - eine Verfünffachung der ursprünglichen Kosten!

OB Dirk Hilbert (46) tobt! Die zusätzlichen Millionen für die Sanierung des Altmarkts hätte er lieber für Anderes investiert.
OB Dirk Hilbert (46) tobt! Die zusätzlichen Millionen für die Sanierung des Altmarkts hätte er lieber für Anderes investiert.

OB Dirk Hilbert (46, FDP) ist stinksauer: "Das ist für mich eine der ärgerlichsten Positionen, die ich in den Haushalt aufnehmen musste. Das ist bitter. Da hätte ich das Geld lieber an anderer Stelle eingesetzt", sagte er jetzt zu Radio Dresden.

Bauunternehmer Dieter Füsslein (77, FDP), der mit seiner "Sachsenbau" den Altmarkt zwischen 2007 und 2009 komplett neu gestaltet hatte, zeigt sich überrascht: "Ich höre zum ersten Mal davon. Ich vermute, die Ursachen für den Wassereintritt liegen nicht bei unseren Arbeiten", sagte er der Morgenpost.

Bis die Bagger auf dem Altmarkt anrücken, dürfte noch einige Zeit vergehen. Zunächst soll die Augustusbrücke fertig werden. Nach Verzögerungen ist das jetzt für 2020 geplant. Für OB Hilbert Anlass für weitere Sorgen: "Wenn wir weiter zuwarten, wird es eher schlimmer."

Da war die Welt noch in Ordnung: Bauunternehmer Dieter Füsslein (77) auf dem "neuen" Altmarkt.
Da war die Welt noch in Ordnung: Bauunternehmer Dieter Füsslein (77) auf dem "neuen" Altmarkt.  © Steffen Füssel
Von 2007 bis 2009 war der Altmarkt schon mal Baustelle. Da entstand auch eine riesige Tiefgarage. Das damals mit angelegte Netz von Versorgungsleitungen ist nun ein millionenschwerer Sanierungsfall.
Von 2007 bis 2009 war der Altmarkt schon mal Baustelle. Da entstand auch eine riesige Tiefgarage. Das damals mit angelegte Netz von Versorgungsleitungen ist nun ein millionenschwerer Sanierungsfall.  © Steffen Füssel

Titelfoto: Steffen Füssel, Holm Helis


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