Ohne Wegwerfgeschirr, aber mit viel Aufwand: Dresdens Märkte sollen plastikfrei werden

Dresden - Wahrscheinlich werden die Dresdner Märkte sowie kommunale Einrichtungen wie Zoo und Schwimmhallen zukünftig plastikfrei(er). Eine Mehrheit im Rat gilt als möglich. Kritik kommt von der FDP. Die sorgt sich um die Zukunft der Weihnachtsmärkte.

Dresdens Märkte sollen plastikfrei werden und auf Mehrweg setzen.
Dresdens Märkte sollen plastikfrei werden und auf Mehrweg setzen.  © Norbert Neumann

Konkret fordert der Antrag von Linken, Grünen und SPD, der in der wichtigsten Vorberatung von der CDU unterstützt wurde: "Kommunale Einrichtungen sollen zukünftig ohne Wegwerfgeschirr und -besteck" auskommen. Auf Märkten und Großveranstaltungen sollen Stoff- und Papiertragetaschen ausgegeben werden. Bei Speisen und Getränken würde Mehrweggeschirr vorgeschrieben.

"Das ist ein Anschlag auf die Märkte. Wer Weihnachtsmärkte kaputt machen will, der muss auf Mehrweg bestehen", so FDP-Chef Holger Zastrow (50). Seine Sorge: Das Einsammeln und Spülen sei so aufwendig und fordere so viel Platz und Logistik, dass Händler in Scharen die Segel streichen.

"Eine ganz miese Nummer der FDP. Das Ergebnis des Antrages wird nicht sein, dass jemand etwas nicht verkaufen oder nicht kaufen kann", sagt Michael Schmelich (64, Grüne).

So könnten Hygienevorschriften oder Sicherheitsbedenken in Ausnahmefällen für Plaste sprechen. Auch eine Gebühr auf Einweg-Plaste sei denkbar. Laut Schmelich ist aber auch klar: "Es spricht nichts dagegen, mit der Tupperdose auf den Markt zu gehen."

Laut Rathaus hat Dresden "kommunale Märkte bereits weitestgehend auf recycelbare Stoffe und Mehrwegsysteme umgestellt. Auf Striezelmarkt, Weihnachtsmärkten, Stadtfest und Dresdner Winterzauber werden bereits Mehrwegbehältnisse (Tassen, Becher) eingesetzt".

Allerdings bestätigt die Stadt die zentrale Sorge der FDP: Werden zu viele Regeln aufgestellt, ziehen sich die immer weniger werdenden Händler in Städte mit weniger Restriktionen zurück.

Stadtrat Michael Schmelich (64, Grüne) findet: "Eine ganz miese Nummer der FDP".
Stadtrat Michael Schmelich (64, Grüne) findet: "Eine ganz miese Nummer der FDP".  © Norbert Neumann
Spricht von einem Anschlag auf die Märkte: FDP-Chef Holger Zastrow (50).
Spricht von einem Anschlag auf die Märkte: FDP-Chef Holger Zastrow (50).  © dpa/Peter Endig

Titelfoto: Norbert Neumann, 123RF

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