Autohändler „verkaufte“ Oldtimer, die er gar nicht hatte

Kevin H. (33) verkaufte Oldtimer, die er nicht hatte.
Kevin H. (33) verkaufte Oldtimer, die er nicht hatte.

Von Steffi Suhr

Dresden - Er organisierte schon Messen für Oldtimer, versorgt Sammler mit Einzelteilen, kennt sich mit alten Autos bestens aus. Doch gestern hockte Kevin H. (33) wegen Betruges vorm Amtsrichter. Er hatte vier betagte Karossen verscherbelt, die er weder besaß noch liefern konnte.

Für 340.000 Euro verkaufte der zweifache Vater im Oktober 2013 einen Riley Nine IMP, einen Jaguar SS100, einen BMW328 sowie einen Porsche 356 nach Singapur an eine Film-Equipment-Firma und deren Geschäftsführer.

„Ich hatte wirklich die Hoffnung, die Autos zu organisieren. Aber am Ende klappte es nicht“, so der Händler kleinlaut.

Dafür tilgte er mit dem Geld Schulden: Krankenkasse, Finanzamt und Mietschulden.

Ein schmucker Jaguar SS 100 ist bei Oldtimer-Fans besonders beliebt.
Ein schmucker Jaguar SS 100 ist bei Oldtimer-Fans besonders beliebt.

„Ich hatte für mein Geschäft Flächen auf dem Gelände der ,Zeitenströmung‘ gemietet. Über fünf Jahre, für monatlich 3500 Euro“, sagte der Betriebswirt.

„Weil das Geschäft nicht so lief, wie ich dachte, blieb ich die Miete schuldig.“ Erst kam die Kündigung, dann die Schadensersatzforderung. Nun will freilich auch die Film-Firma aus Asien ihr Geld zurück.

Zusätzlich wurde Kevin H., der weiter im Oldtimer-Geschäft ist, am Mittwoch zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Die Strafe wurde aber zur Bewährung ausgesetzt. „Damit Sie die Möglichkeit haben, die Schulden abzubezahlen“, begründete der Richter.

Fotos: Ove Landgraf, wikipedia


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