Old School Society: Mutmaßlicher Terrorist in Dresden angeklagt

Dresden - Wieder eine Anklage gegen den rechten Terrortrupp Old School Society (OSS): Wie die Generalstaatsanwaltschaft Dresden am Dienstag mitteilte, wird gegen Marco K. (38) Anklage erhoben.

Der Gruppe wird vorgeworfen, im Mai 2015 einen Sprengstoffanschlag auf das Flüchtlingsheim bei Borna geplant zu haben.
Der Gruppe wird vorgeworfen, im Mai 2015 einen Sprengstoffanschlag auf das Flüchtlingsheim bei Borna geplant zu haben.

Er wird verdächtigt, sich im Zeitraum von Januar bis Mai 2015 mit anderen Personen an der terroristischen Vereinigung Old School Society beteiligt zu haben.

"Ihm wird darüber hinaus eine Beteiligung an der Vorbereitung eines Explosionsverbrechens im Mai 2015 zur Last gelegt", heißt es in der Mitteilung.

Im Mai 2018 hatte die Generalstaatsanwaltschaft Dresden ein Ermittlungsverfahren vom Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof übernommen. Die weiteren Ermittlungen haben den Verdacht erhärtet, dass sich Marco K. an der Meinungsbildung und den Aktivitäten der OSS zur Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags auf eine Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Borna beteiligt hat.

Mittlerweile lebt Marco K. nicht mehr in Sachsen und sitzt in U-Haft. Die Aktivitäten der OSS wurden bereits am Oberlandesgericht München verhandelt. Dort bekamen die Beschuldigten zwischen drei und fünf Jahren Freiheitsstrafe.

Seit Mai 2017 laufen zudem Verfahren gegen Daniel A. und Marcel L. Beide sollen im Führungszirkel der Terrortruppe aktiv gewesen sein. Im Jahr vor der Zerschlagung der OSS versuchte Marcel L. in Meerane, seine rechten Ziele noch auf parlamentarischem Weg durchzuboxen, trat 2014 bei der Kreistagswahl für die NPD an. Mit nur 875 Stimmen scheiterte er jedoch dabei. Ein paar Monate später besuchte er schon das erste Treffen der OSS.

Seit dem Dezember 2014 gehörten er und auch der Mitangeklagte Daniel A. zum Geheimrat der OSS, einer internen Chatgruppe, wo unter anderem über Anschläge auf die Dresdner Frauenkirche diskutiert wurde. Für die OSS selbst war er als "Vertrauensperson" zuständig, Streit zwischen Mitgliedern zu schlichten.

Die Aufgabe von Daniel A. war es, säumige Mitgliederbeiträge einzutreiben. Der Gruppe wird vorgeworfen, im Mai 2015 einen Sprengstoffanschlag auf das Flüchtlingsheim bei Borna geplant zu haben.

Dazu kam es jedoch nicht mehr, weil die GSG9 die Gruppe sprengte. Marcel L., der mittlerweile in Mecklenburg-Vorpommern lebt, wurde dabei nicht verhaftet, jedoch fand sich in seiner Wohnung ein Butterflymesser. Auch Daniel A. blieb auf freiem Fuß, bei ihm fanden sie einen Schlagring.

Marcel L. (29) trat bei der Kreistagswahl für die NPD an. Danach trat er der Old School Society bei.
Marcel L. (29) trat bei der Kreistagswahl für die NPD an. Danach trat er der Old School Society bei.

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