Organisator Kevin Bauch: Mit ihm demonstrieren freitags Tausende Schüler

Dresden - Neue Groß-Demo unserer Schüler am Freitag: Für den Klimaschutz ziehen sie wieder durch die Innenstadt! Bereits am 15. März beteiligten sich mehrere Tausend Teilnehmer allein in Dresden an der "Fridays for Future"-Demo.

"Darum kämpfen wir auf der Straße": Mitorganisator Kevin Bauch (22) erklärt die Beweggründe der "Fridays for Future"-Bewegung.
"Darum kämpfen wir auf der Straße": Mitorganisator Kevin Bauch (22) erklärt die Beweggründe der "Fridays for Future"-Bewegung.  © Petra Hornig

Viele Jugendliche werden auch diese Woche wieder dem Unterricht fernbleiben. So wie Mitorganisator Kevin Bauch (22). Der Dresdner Fachschüler erklärt, was die Bewegung antreibt.

Als Kevin von den Schüler-Protesten mit der schwedischen Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg (16) hörte, wollte er gleich mitmachen. Wie so viele junge Leute sorgt sich der Fachschüler für Elektrotechnik um die Zukunft.

"Wir fahren die Welt an die Wand und tun nichts dagegen", sagt Kevin. "Es klingt krass, aber wir kämpfen auf der Straße darum, dass Überleben unserer Spezies zu sichern. Vielen Menschen ist nicht bewusst: Das Klima kann kippen. Damit auch Ökosysteme, Arten sterben aus. Und dann gibt es keinen Weg mehr zurück."

Kevin fand schnell Gleichgesinnte. Über Facebook, Instagram und WhatsApp riefen sie zur ersten Dresdner Demo Mitte Januar auf, meldeten sie im Rathaus an. 70 Schüler wurden erwartet, 350 kamen.

"Als hätten sie genau darauf gewartet", freut sich Kevin. Bei der dritten Demo (16. März) zählte er schon 5000 Schüler. Mittlerweile sind die Organisatoren sachsenweit vernetzt.

Kevin Bauch: "Ich bin selbst kein Heiliger"

Kevin organisiert die Dresdner Demos mit, spricht zu den Schülern auf der Bühne.
Kevin organisiert die Dresdner Demos mit, spricht zu den Schülern auf der Bühne.  © privat

Neben dem Klima geht es Kevin und seinen Mitstreitern auch um eine Lebensweise, die Rohstoffe und Energie schont. Sein Auto hat er längst verkauft, fährt mit Bus, Bahn und Fahrrad. Er versucht regional, saisonal und plastikfrei einzukaufen.

"Ich bin selbst kein Heiliger. Ich esse auch mal Bananen und Paprika im Winter. Aber es wäre schon viel gewonnen, wenn jeder mehr auf seine Lebensweise achten und sich einschränken würde." So verzichtet Kevin auch auf Fleisch, dessen Produktion einer der größten Klimakiller ist.

Die Forderung: "Die Politik muss klimaschonende Verhaltensweisen fördern, sodass klimaschädliche vermieden werden. Der Ausbau der erneuerbaren Energien muss ums Fünffache gesteigert, der ÖPNV gestärkt, Kurzstreckenflüge wegen viel zu hoher C02-Emission verboten werden."

All das sind nur Beispiele, sagt Kevin: "Wir demonstrieren für einen Klimaschutz, der den Namen auch verdient." Die vierte Dresdner Demo soll freitags von 14 bis 17 Uhr laufen. Beantragt wurde der Startpunkt am Landtag.

Auf der letzten "Fridays for Future"-Demo in Dresden wurden 5000 Schüler gezählt.
Auf der letzten "Fridays for Future"-Demo in Dresden wurden 5000 Schüler gezählt.  © DPA/Robert Michael

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