Gefahrgut-Alarm sorgt für Großeinsätze in Dresden und Umgebung

Ottendorf-Okrilla - Schock für die Bewohner am Freitagabend im Landkreis Bautzen. Im Gewerbegebiet in Ottendorf-Okrilla warnte die Feuerwehr vor einem Gefahrgutaustritt.

1 Uhr konnte die Feuerwehr Entwarnung geben.
1 Uhr konnte die Feuerwehr Entwarnung geben.  © xcitepress

Die Melde-App Katwarn schickte die Mitteilung kurz nach 23 Uhr an die Bevölkerung. "Es besteht Gefahr für die Öffentlichkeit", hieß es dort.

Die Feuerwehr räumte das komplette Gewerbegebiet, die Polizei riegelte die Zufahrten ab. Anwohner im Umkreis von 1300 Metern wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Auch Klimaanlagen sollten ausgeschaltet werden.

Wie die Polizei am Samstagvormittag mitteilte, bemerkten Mitarbeiter gegen 19 Uhr des DHL-Paketzentrums zuerst eine erhebliche Geruchsbelästigung und alarmierten die Beamten. Als Vorsichtsmaßnahme wurde daraufhin der komplette Bereich gesperrt.

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"Ein ortsansässiger Chemiebetrieb konnte als Quelle des Geruchs schnell ausgeschlossen werden. Intensive Prüfungen vor Ort führten auf das Gelände einer Fahrzeugfirma", so die Polizei.

Ein 59-jähriger Fahrer eines Gefahrguttransporters wollte dort seinen Tank reinigen und öffnete dabei den Tankdeckel und den Ablaufstutzen. Dabei trat eine geringe Menge des reizenden Stoffes "Methylacrylat" aus und gelangte so in die Kanalisation.

Spätere Messungen ergaben, dass durch die Substanz keine Gefahr für die Bewohner ausgeht. Allerdings kann es auch noch in den kommenden Tagen zu übel riechenden Gerüchen kommen.

Gegen 2 Uhr konnte die komplette Sperrung aufgehoben werden. Insgesamt waren über 100 Einsatzkräfte vor Ort, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Verletzt wurde niemand.

Das Gewerbegebiet in Ottendorf-Okrilla wurde komplett abgesperrt.
Das Gewerbegebiet in Ottendorf-Okrilla wurde komplett abgesperrt.  © xcitepress

Gefahrguteinsatz auch in Dresden

Einsatzkräfte in Spezialanzügen untersuchten das Max-Planck-Institut.
Einsatzkräfte in Spezialanzügen untersuchten das Max-Planck-Institut.  © Roland Halkasch

Zu einem anderen Gefahrguteinsatz kam es am Abend auch am Dresdner Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe auf der Nöthnitzer Straße in Plauen. Gegen 21.40 Uhr kam es in einem Labor zu einer Rauchentwicklung.

Die im Haus installierten Sicherheitsvorrichtungen verhinderten aber den Austritt des Gefahrenstoffs, der offenbar bei einem fehlgeschlagenen Experiment austrat.

Die Einsatzkräfte untersuchten die Räume, konnten aber glücklicherweise keine Gefahr feststellen. Auch hier waren dutzende Feuerwehrleute der Berufsfeuerwehren Altstadt und Übigau und der Freiwilligen Feuerwehren Kaitz, Gorbitz und Langebrück vor Ort.

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Die Nöthnitzer Straße musste während des Einsatzes gesperrt werden und konnte gegen 0.30 Uhr wieder freigegeben werden.

Die Nöthnitzer Straße musste während des Einsatzes gesperrt werden.
Die Nöthnitzer Straße musste während des Einsatzes gesperrt werden.  © Roland Halkasch

Titelfoto: Roland Halkasch

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