Panne auf dem Neumarkt-Areal! Historische Kellermauer eingestürzt

Dresden - Böse Panne auf einer der letzten Neumarkt-Baustellen. In der Grube Schloßstraße/Sporergasse ist eine historische Kellermauer zusammengestürzt.

Die Abbruchstelle, dahinter Taschenbergpalais (Mitte) und Residenzschloss (rechts).
Die Abbruchstelle, dahinter Taschenbergpalais (Mitte) und Residenzschloss (rechts).  © Christian Juppe

"Eigentlich sollte die Wand mit Stützbeton gesichert werden. Aber noch bevor der trocken war, fielen die Steine in sich zusammen", sagt Investor Berndt Dietze.

Der Chef der Baywobau Dresden errichtet bis 2021 an dieser Stelle für 36 Millionen Euro das Quartier "Schloßeck". Teil davon werden - zumindest an den Fronten - Nachbauten des Caesarschen Hauses, des Trierschen Hauses und des Fürstlichen Hauses sein.

Vom Fürstlichen Haus ist ein Kellergewölbe erhalten. Es wurde im 16. Jahrhundert auf noch älteren Fundamenten errichtet - war doch der Vorläufer der Schloßstraße einst die erste Straße der Stadt.

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Das und ein weiteres Gewölbe im östlichen Bereich sind die einzigen historischen Zeugnisse im Boden, die Dietze erhalten muss. Den Rest durfte er wegbaggern.

Wegen der Panne hatte er nun Besuch vom Landesamt für Archäologie: Thomas Westphalen, Leiter der Abteilung Stadtkernarchäologie, schaute sich den Schaden an.

Fazit: Die Fundamentmauer des Nachbargebäudes ist betroffen. "Das ist bedauerlich, aber nicht zu ändern. Der Keller ist unversehrt." Nun müssen die Bauarbeiter nochmal ran, und zwar gefälligst vorsichtig.

Das "Schloßeck" ist die drittletzte Baustelle am Neumarkt. Auf der Hälfte der Fläche lugt schon die Sohle hervor. Etwas weiter ist man an der Baustelle hinter dem Polizeipräsidium mit dem "Quartier Hoym". Dort wachsen schon die ersten Wände der künftigen Tiefgarage empor.

Ganz zum Schluss folgt das "Hotel Stadt Rom" an der Moritzgasse (TAG24 berichtete). Der Wiederaufbau hier steht aber noch in den Sternen.

Die eingestürzte historische Mauer. Rechts daneben das Tonnengewölbe des Fürstlichen Hauses.
Die eingestürzte historische Mauer. Rechts daneben das Tonnengewölbe des Fürstlichen Hauses.  © Torsten Hilscher
Der Keller des Fürstlichen Hauses kurz nach der Ausgrabung 2016.
Der Keller des Fürstlichen Hauses kurz nach der Ausgrabung 2016.  © A. Hummel/arstempano
Das Fürstliche Haus vor der Zerstörung. Die eingestürzte Mauer gehört schon zum ehemaligen Nachbarhaus.
Das Fürstliche Haus vor der Zerstörung. Die eingestürzte Mauer gehört schon zum ehemaligen Nachbarhaus.  © IPRO consult

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