Kriegt China ein eigenes Bier aus Sachsen?

Sächsisches Bier
wird in China
immer beliebter
Sächsisches Bier wird in China immer beliebter  © 123RF

Dresden/Peking - Deutsche Wertarbeit und deutsche Pünktlichkeit - die Chinesen lieben es! Noch mehr aber schätzen die Bürger im Reich der Mitte Bier von hier, besonders, wenn es aus Sachsen kommt. Erste Wahl ist inzwischen "Eibauer".

"Wird in Eibau bald das Bier knapp?", fragte gestern launig das Haus von Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (56, CDU).

Der studierte Landwirt saß da im Rückflug von einer mehrtägigen Chinareise, die er gemeinsam mit MP Stanislaw Tillich (58, CDU), Wirtschaftsminister Martin Dulig (43, SPD) sowie 90 Forschern und Managern absolviert hatte.

Schmidt erlebte in China, dass die vergleichsweise kleine Brauerei "Eibauer" aus der Lausitz einen weiteren Schritt im bevölkerungsreichsten Land der Erde macht:

Geschäftsführerin Julia Böhmer (41) vereinbarte in Shanghai mit Neukunden Lieferungen, insbesondere von Schwarzbier und Hefeweizen.

Wirtschaftsminister
Martin Dulig (43, SPD,
l.) sprach in China mit
hochrangigen Partnern
aus Politik und
Business.
Wirtschaftsminister Martin Dulig (43, SPD, l.) sprach in China mit hochrangigen Partnern aus Politik und Business.  © ronaldbonss.com

Bereits jetzt greifen die Chinesen gern zu "Eibauer". Das zeigen die Exportquoten der Brauer: 90 Prozent gehen nach China.

Aber auch sonst hat die Reise der Sachsen messbare Erfolge: Die Einrichtung einer Frachtverbindung nach Leipzig wurde ebenso vereinbart wie regelmäßige Flüge von der 30 Millionen Einwohner zählenden Metropole Chongqing in die Messestadt.

Sächsische Wissenschaftler tüfteln mit chinesischen Kollegen an Sensoren, die die Belastbarkeit von Hochspannungsleitungen in Echtzeit unter Betrieb messen, was vor allem für Trassen nützlich ist, die Strom aus Windenergie transportieren.

Andere Forscher-Kollektive testen den Einsatz von Biomolekülen für schnelle Computerschaltkreise. Die sächsische Lebensmittelbranche hilft künftig bei der Berufsausbildung von Fleischern und Bäckern.

Aber wird nun bei uns bald "Eibauer" knapp? Brauereichefin Böhmer lächelt höflich nach chinesischem Vorbild: "Unsere Kunden zu Hause werden vom Absatz in China nichts merken."

Landwirtschaftsminister
Thomas
Schmidt (56, CDU) und "Eibauer"-Geschäftsführerin
Julia Böhmer (41).
Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (56, CDU) und "Eibauer"-Geschäftsführerin Julia Böhmer (41).  © Julia Böhmer
Die Eibauer-Brauerei in Dresden.
Die Eibauer-Brauerei in Dresden.  © Matthias Weber
Die Brauerei in
Eibau.
Die Brauerei in Eibau.  © Matthias Weber

Titelfoto: 123rf, Matthias Weber


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