Petry macht sich für reine Rasse stark: Wann ist der Wolf ein Wolf?

Dresden- Der Wolf bleibt das umstrittenste Tier des Freistaats. Doch ist der Wolf auch immer ein Wolf?

Frauke Petry (43, Die blaue Partei).
Frauke Petry (43, Die blaue Partei).  © Thomas Türpe

Ausgerechnet Landtagspolitikerin Frauke Petry (43, Die Blauen) will sich jetzt für die Reinrassigkeit des Bestandes einsetzen.

Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, einer Initiative selbsternannter Wolfs-Experten Gehör zu verschaffen. Es soll überprüft werden, wie reinrassig der sächsische Wolf wirklich ist.

Der Lausitzer Forstwirt Christian Lissina (65) vom Verein "Sicherheit und Artenschutz": "Wahrscheinlich sind 100 Prozent der sächsischen Wölfe Mischlinge."

Seine Mitstreiter führten Untersuchungen an Wolfsschädeln im Senckenbergmuseum Görlitz durch. Sechs Schädel toter Tiere sollen typische Hunde-Merkmale gezeigt haben.

Laut Lissina handelt es sich also um Wolf-Haushund-Hybriden: "Die sind eine Gefahr für den Genpool des europäischen Grauwolfs." Da sie mehr wie ein Hund wären, würden sie auch den Menschen nicht so scheuen.

Sind diese Wölfe "reinrassig"?
Sind diese Wölfe "reinrassig"?  © DPA

Frauke Petry bemängelt, dass die Staatsregierung den Hinweisen auf das Vorkommen solcher Hybriden nicht ausreichend nachgegangen sei.

Auch die Arbeit der Senckenberg Gesellschaft als bundesweites Referenzzentrum für Gentests wird infrage gestellt: "Die Population muss reguliert werden." Dafür müssten zwangsläufig auch Hybride erschossen werden.

Den Aussagen widerspricht das Umweltministerium, das eigene Untersuchungen durchführen lässt.

Ein Sprecher: "Wir haben keinerlei Veranlassung zu der Annahme, dass die wissenschaftlichen Methoden, die bei den genetischen Untersuchungen der Wolfspopulation in Sachsen angewendet werden, ungeeignet wären, Hybriden zu erkennen."

Übrigens: Petrys Partei hat im Landtag kein Antragsrecht. Es ist also unwahrscheinlich, dass das Ansinnen ins Plenum gelangt.

Zwei neue Wölfe am Werbeliner See "geblitzt"

Das Bild entstand am 29. Mai im Gebiet des Werbeliner Sees.
Das Bild entstand am 29. Mai im Gebiet des Werbeliner Sees.  © Landratsamt Nordsachsen

Delitzsch - Meister Isegrim breitet sich auch in Nordsachsen immer weiter aus. Zwei Wölfe tappten jetzt zwischen Delitzsch und Leipzig in eine Fotofalle.

Die beiden Tiere wurden nach Angaben des Torgauer Landratsamtes in der Nähe des Werbeliner Sees mit einer selbstauslösenden Wildkamera fotografiert.

Bereits vier Wochen zuvor war ein Wolf in der gleichen Region in eine Fotofalle getappt. Laut Kreisverwaltung soll nun geprüft werden, ob es sich um ein neues Wolfspaar handelt oder das schon in der Dübener Heide festgestellte Paar lediglich sein Revier erweitert hat.