Pflege-Alarm! Immer mehr Dresdner sind 80 und älter

Ausflüge machen, auch mal über familiäre Probleme sprechen oder gemeinsam einkaufen gehen steht auf dem Programm der Nachbarschaftshelfer.
Ausflüge machen, auch mal über familiäre Probleme sprechen oder gemeinsam einkaufen gehen steht auf dem Programm der Nachbarschaftshelfer.  © Uwe Umstätter

Dresden - Dresden vergreist! Schon in dreizehn Jahren werden 44.700 Dresdner 80 Jahre und älter sein - vor zehn Jahren waren es nur halb so viele.

Neben professioneller Pflege brauchen hilfsbedürftigen Senioren vor allem Unterstützung für die „kleinen“ Dinge des Alltags: Einkaufen, Begleitung bei Spaziergängen, bei Arztbesuchen. Diese Hilfe forciert jetzt das Rathaus. Die Stadt sucht dringend ehrenamtliche "Nachbarschaftshelfer".

"Gerade pflegebedürftige Menschen sind dankbar für jede Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags und beim Erhalt ihrer Selbstständigkeit", so Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (40, Linke) über das Projekt.

Die Nachbarschaftshelfer sollen Senioren mit Pflegestatus vor allem bei kleinen Aufgaben unter die Arme greifen und so das Leben in den eigenen vier Wänden erleichtern. Kerstin Schlotter (55) hilft selbst vier Senioren. Ihre Aufgaben: "Wir machen Ausflüge, sprechen auch mal über familiäre Probleme. Einkäufe hingegen möchten viele selbst erledigen, sofern sie es können."

120 Nachbarschaftshelfer gibt es bereits. Doch die brauchen dringend Verstärkung. Ehrenamtliche Helfer müssen vorab einen Pflegekurs besuchen. In viermal 90 Minuten geht‘s um Rechtsfragen und wichtige Hilfshinweise. Nachbarschaftshelfer bekommen aber auch einen kleinen Lohn: Bis zu 10 Euro können pflegebedürftige Senioren pro Stunde zahlen, insgesamt 125 Euro Zuschuss von der Pflegekasse abrechnen lassen.

Ansprechpartner für Interessenten: Pflegekoordinatorin Susanne Wenzel (0351) 488 48 84. Infos gibt es auch bei der Koordinierungsstelle für Alltagsbegleitung, Nachbarschaftshilfe und Angebote zur Unterstützung im Alltag.

Titelfoto: Uwe Umstätter


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