Sachsen plant Pflegewohngeld, weil Kosten für Heimplätze explodieren

Dresden - Pflege wird immer teurer in Sachsen: Eine Landtagskommission will Pflegebedürftige und Angehörige stärker entlasten. So soll die Einführung eines Pflegewohngeldes oder eines Investitionszuschusses geprüft werden.

Kommissions-Chef Oliver Wehner (34, CDU).
Kommissions-Chef Oliver Wehner (34, CDU).  © DPA / Christoph Schmidt

Kommissions-Chef Oliver Wehner (34, CDU): "Wie kann man Pflege bezahlbar machen? Das muss diskutiert werden."

2018 mussten Pflegebedürftige im Schnitt rund 1300 Euro für einen Heimplatz zuzahlen, seit Jahresanfang haben sich die Kosten in Sachsen etwa wegen gestiegener Lohnkosten drastisch erhöht.

Auch Menschen, die eine Zeit lang ihren Beruf aufgeben und Angehörige pflegen, sollen mehr unterstützt werden.

Die Kommission schlug eine "Entgeltersatzleistung" vor. Zwei Drittel der Menschen werden zu Hause gepflegt.

Das Gremium empfahl auch bessere Arbeitsbedingungen für die händeringend gesuchten Fachkräfte.

Kommissionsmitglied Susanne Schaper (41, Linke): "Alle Pflegekräfte verdienen einen Tarifvertrag, der von der Kieler Förde bis zur Zugspitze und von Aachen bis Görlitz gerechte Löhne bringt."

Drei Jahre lang hatte die Enquete-Kommission sich Gedanken zur Pflege gemacht. Aktuell gibt es im Freistaat 205.000 Pflegebedürftige. Bis 2030 werden in Sachsen 212.500 Menschen auf Hilfe angewiesen sein - 27 Prozent mehr als noch 2015.

Kommissions-Chef Oliver Wehner (34, CDU).
Kommissions-Chef Oliver Wehner (34, CDU).  © Norbert Neumann

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