Sorge um Barockgarten: Zerstört ein Gewerbepark bald diese Idylle?

Heidenau - Die Kommunen Pirna, Heidenau und Dohna planen einen gemeinsamen Gewerbepark - den "Industriepark Oberelbe" (TAG24 berichtete).

Noch liegt Stille über dem Barockgarten Großsedlitz. Doch wie lange noch?
Noch liegt Stille über dem Barockgarten Großsedlitz. Doch wie lange noch?  © DPA

Das Pikante: Der 140 Hektar große Standort läge direkt am Barockgarten Großsedlitz. Das Schlösserland Sachsen als dessen Betreiber hat lange zum Thema geschwiegen -- bis jetzt. Nach internen Gesprächen werden nun erste Bedenken geäußert.

Sprecher Uli Kretzschmar: "Die Fachreferate Gärten und Liegenschaften sowie die Geschäftsführung haben sich den Flächennutzungsplan angeschaut und entschieden, dass das nicht in unserem Geschäftsinteresse ist."

Soll heißen: Man hat Angst vor Lärm, Dreck und einer Verschandelung der Sichtachsen. Also wolle man das Gespräch mit dem Landratsamt suchen "und dort unsere Position klarmachen", wie Kretzschmar sagt.

Manfred Elsner (64), der das Projekt im Auftrag der drei Gemeinden vorantreibt, gibt sich ob der Schlösserland-Reaktion nicht überrascht, hatte wohl Ähnliches erwartet. Elsner: "Rein rechtlich wird die Sache erst aktuell, wenn wir einen Bebauungsplan erstellen." Der wurde jetzt angeschoben.

In der zweiten Jahreshälfte gäbe es dann eine Anhörung, "bei der alle einbezogen" würden - auch das Schlösserland. Clever: Parallel zum Industriepark, der Top-Arbeitsplätze für die Region bringen soll, wird von der Gemeinde Heidenau ein Ortsentwicklungskonzept für Großsedlitz erarbeitet.

Darin könnten auch neue Zufahrtswege und Parkmöglichkeiten für den Barockgarten in Aussicht gestellt werden. Ein Trostpflaster, das dem Schlösserland dabei helfen soll, die Kröte Gewerbepark zu schlucken..?

Titelfoto: DPA


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