Pöbelnder Randalierer will zu Oma: Der Richter schickt ihn woanders hin

Dresden - Pöbeln, randalieren, klauen. Leander W. (23) ließ nach seiner letzten Entlassung vor einem Jahr nichts aus. Prompt wanderte er im Mai wieder hinter Gitter.

Für Leander W. (23) soll nun nach dem Urteil ein neuer Therapieplatz gefunden werden.
Für Leander W. (23) soll nun nach dem Urteil ein neuer Therapieplatz gefunden werden.  © Thomas Türpe

Dort bleibt er nun die nächsten zwei Jahre. So urteilte am Donnerstag der Dresdner Amtsrichter über den Drogenkonsumenten.

Weil er seit Jahren alle möglichen Rauschgifte nimmt, war ihm in seinem letzten Prozess eine drogenbedingte Psychose attestiert worden.

Der Arbeitslose, der seit seiner Kindheit in diversen Heimen lebte, wurde im Maßregelvollzug untergebracht. "Von dort wurde ich einfach entlassen. Ich hatte nichts", so Leander, der nur vier Wochen darauf wieder straffällig wurde.

Vom Schokopudding bis zur 240 Euro teuren Ski-Jacke klaute er, was er benötigte. Hausverbote ignorierte er. In einem Seniorenheim demolierte er fünf Scheiben und eine Tür. "Ich wollte dort schlafen."

Im Hechtviertel randalierte er, im Obdachlosenheim wurde gepöbelt.

"Geben Sie mir bitte eine Chance. Lassen Sie mich aus der Haft", flehte Leander unter Tränen. "Ich möchte meine schwerkranke Oma noch einmal sehen." Doch der Richter ließ sich nicht erweichen: "Es ist nicht zu verantworten, Sie auf freien Fuß zu setzen."

Titelfoto: Thomas Türpe

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