24 Stunden im Einsatz: Ein Tag aus dem Leben der Polizei

Dresden - Trösten, trocknen und trainieren - der Großteil dessen, womit die Polizisten im Bereich Dresden ihre Zeit verbringen, erfährt in der Regel keiner. Dabei macht der sogenannte Kleinkram den Alltag der Beamten aus. Um diesen begreiflich zu machen, verbreitete die Direktion Donnerstag 24 Stunden lang ihre Einsätze über Twitter.

Polizeisprecher Thomas Geithner (45, v.l.), Florian Schade (31) und Christian Lehmann (28) twitterten Donnerstag den Polizeialltag ins Netz.
Polizeisprecher Thomas Geithner (45, v.l.), Florian Schade (31) und Christian Lehmann (28) twitterten Donnerstag den Polizeialltag ins Netz.  © Tino Plunert

Halbzeit war 18 Uhr, bis dahin hatte die Polizei 275 Einsätze zu bewältigen, 131 Tweets sendete sie dazu ab. "Häusliche Gewalt, Entblößer und Todesfälle haben wir weggelassen", sagt Polizeisprecher Thomas Geithner (45). "Auch haben wir darauf verzichtet, alle Unfälle zu twittern." Davon gab es bis 18 Uhr immerhin 80 Stück. Deren Bearbeitung war Donnerstag Schwerpunkt der Polizisten.

6.14 Uhr der erste Auftrag: Ein Auffahrunfall auf der Staatsstraße 175, das Revier Dresden-Süd rückt aus, Verletzte gibt es bei dem Crash keine. Fünf Minuten später liegt eine hilflose Person im Hausflur in Blasewitz, auch hier muss die Polizei hin.

Aber nicht nur Un- und Notfälle bestimmten den Tag: 6.29 Uhr rückt die Polizei aus, um den Schulweg auf der Radeburger Straße zu kontrollieren. Um sieben kracht ein Ford in Leuben gegen eine Laterne, auch hier gibt es keine Verletzten, allerdings muss sich das Straßenamt um die Laterne kümmern.

Zum Trost gibt es auch mal einen Teddy von der Polizei

Weil sie in einen Suff-Unfall verwickelt war, bekam ein Mädchen Donnerstag einen Trost-Teddy.
Weil sie in einen Suff-Unfall verwickelt war, bekam ein Mädchen Donnerstag einen Trost-Teddy.  © twitter.com/PolizeiSachsen

Kurz nach sieben dann der erste Kriminalfall: An einem Auto in Heidenau wurden zwei Reifen zerstochen, die Beamten müssen Spuren sichern. Auch ein alltäglicher Einsatz: Frühstück um 7.14 in der Gewahrsamszelle, für vier "Bewohner" gibt es je ein Sandwich.

Ebenfalls Alltag in Dresden: In der Altstadt wird ein Baucontainer aufgebrochen, 8 Uhr nehmen Ermittler dort Spuren auf. Fast zeitgleich ist auch in Weinböhla die Polizei im Rahmen der Aktion "Blitz für Kids" vor der Grundschule auf der Jagd nach Rasern.

8.10 Uhr baut ein betrunkener Opel-Fahrer mit zwei Promille einen Unfall in Dresden, versucht zu fliehen, wird aber geschnappt. Im gerammten Auto saß ein kleines Mädchen, das nun während der Unfallaufnahme lange warten muss.

Zum Trost gibt es einen Teddy von der Polizei. Tatsächlich hat genau für solche Fälle fast jedes Revier in der Region einen Vorrat sogenannter "Trost-Teddys".

Dynamo muss auch noch vorbereitet werden

Das Motorrad auf der Ladefläche kam den Beamten doch sehr abenteuerlich vor.
Das Motorrad auf der Ladefläche kam den Beamten doch sehr abenteuerlich vor.  © twitter.com/PolizeiSachsen

Am Vormittag dann auf der Autobahn: Die Sicherung eines Motorrads auf einem Transporter kommt den Beamten doch sehr gewagt vor. Auch was sonst eigentlich nur Kriminelle tun, ist für einige Polizisten Alltag: So kümmern sich Beamte am Donnerstag um sichergestellte Cannabis-Pflanzen.

Die hängen in einem Trockenraum, damit anschließend der THC-Gehalt bestimmt werden kann. Aufregender geht es auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei zu: Spezialkräfte trainieren hier schwerbewaffnet die Annäherung an ein Gebäude.

Am Nachmittag halten dann mehrere Wohnungseinbrüche in der Südvorstadt die Beamten auf Trab. Ebenso zwischen zahlreichen Unfällen immer wieder dabei: Papierkram und Einsatzplanung - so bereitet sich die Polizei bereits am Donnerstag auf das nächste Heimspiel von Dynamo vor...

Im Ernstfall muss jeder Schritt sitzen: Die Einheit für lebensbedrohliche Einsatzlagen trainierte Donnerstag auf der Stauffenbergallee.
Im Ernstfall muss jeder Schritt sitzen: Die Einheit für lebensbedrohliche Einsatzlagen trainierte Donnerstag auf der Stauffenbergallee.  © twitter.com/PolizeiSachsen
Auch Cannabis zu trocknen gehört zu den Aufgaben der Polizei.
Auch Cannabis zu trocknen gehört zu den Aufgaben der Polizei.  © twitter.com/PolizeiSachsen

Mehr zum Thema Polizeimeldungen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0