Nazi-Razzia bei früherem Landtagsabgeordneten

Dresden - Während einige Mitglieder der "Freien Kameradschaft Dresden" (FKD) bereits ihre Urteile haben, sind die Ermittlungen gegen die Neonazis noch längst nicht abgeschlossen.

René Despang (42, M.) soll bei der Gründung der "FKD" geholfen haben. Ihr mutmaßlicher Führer Benjamin Z. (30) sowie Hilmar H. (2.v.r.) waren bei den Heidenau-Krawallen dabei.
René Despang (42, M.) soll bei der Gründung der "FKD" geholfen haben. Ihr mutmaßlicher Führer Benjamin Z. (30) sowie Hilmar H. (2.v.r.) waren bei den Heidenau-Krawallen dabei.

Am Dienstag durchsuchte das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) neun Wohnungen mutmaßlicher Mitglieder der FKD, dabei auch die des Ex-Landtagsabgeordneten René Despang (42).

"Den insgesamt zehn Beschuldigten im Alter zwischen 24 und 47 Jahren wird vorgeworfen, sich teilweise an der Gründung, an politischen Aktionen und an Straftaten gegen Polizeibeamte, Andersdenkende und Flüchtlinge beteiligt zu haben", sagt Wolfgang Klein (57) von der Generalstaatsanwaltschaft.

Der Schlägertrupp hatte sich unter anderem an den Ausschreitungen von Heidenau beteiligt und zusammen mit der terroristischen "Gruppe Freital" ein alternatives Hausprojekt in Übigau angegriffen.

Die Kameradschaft war am 29. Juli 2015 in einer Sportsbar in Dresden-Gruna gegründet worden. Die Idee soll zwischen René Despang (damals NPD) und dem mutmaßlichen Kameradschaftsführer Benjamin Z. (30) abgesprochen gewesen sein.

Nachdem die Gruppierung 2016 mit einer Großrazzia zerschlagen wurde, fiel Despang bei vielen Neonazis in Ungnade. Er habe "junge Kameraden" verheizt.


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