Wie in Hollywood: Neue Software soll Straftaten in Sachsen vorhersagen

Dresden - Der Science-Fiction-Thriller "Minority Report" mit Tom Cruise sorgte vor 17 Jahren für viel Aufregung. Aufgrund von Visionen konnte die Polizei der Zukunft im Hollywood-Blockbuster Straftaten verhindern - noch bevor sie geschahen. So ähnlich soll es ab sofort auch in Sachsen laufen. In Leipzig startet das entsprechende Pilotprojekt.

Wohnungseinbrechern auf der Spur: In Sachsen wird jetzt eine Prognosesoftware getestet.
Wohnungseinbrechern auf der Spur: In Sachsen wird jetzt eine Prognosesoftware getestet.  © DPA / Daniel Maurer (Symbolbild)

Ab nächstem Freitag läuft das noch vom früheren Innenminister Markus Ulbig (54, CDU) angekündigte Vorhaben.

Zunächst begrenzt auf ein Jahr mit einem überschaubaren Kostenrahmen (90.000 Euro). Doch wie funktioniert das eigentlich?

Die Computer-Software wird mit Daten früherer Einbrüche gefüttert: Tageszeit, Art der Beute, Vorgehen der Täter. Sehr oft gibt es Muster, so dass sich die Polizei Vorhersagen für künftige Delikte erhofft.

Als Datengrundlage dienen alle Wohnungseinbrüche mit Tatorten in Leipzig, Borsdorf, Markkleeberg, Markranstädt, Schkeuditz oder Taucha seit dem 1. Januar 2014, so das Innenministerium.

Schon Ende 2017 hatte Ulbig den Test angekündigt. Dann folgten offenbar langwierige Absprachen mit dem Anbieter und dem Datenschutzbeauftragten.

So sieht die Software "Precobs" aus. Es soll helfen, Wohnungseinbrüche vorherzusagen.
So sieht die Software "Precobs" aus. Es soll helfen, Wohnungseinbrüche vorherzusagen.  © DPA / Bernd Thissen

Eingesetzt wird die Software "Precobs", die bereits in Bayern und Baden-Württemberg genutzt wird - erfolgreich, so das Dresdner Ministerium.

Doch wie berichtet ist der Nutzen umstritten - eine Studie des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht besagt, dass "Predictive Policing" (vorausschauende Polizeiarbeit) nur bedingt funktioniere.

"Die Software ist zwar nicht nutzlos, aber kein Werkzeug, mit dem die Fallzahlen per Mausklick reduziert werden können", so Studienautor Dominik Gerstner.

Innenminister Roland Wöller (48, CDU) sieht es dagegen als einen möglichen Baustein in der Gesamtstrategie zur Kriminalitätsbekämpfung.

Innenminister Roland Wöller (48, CDU) will sich nicht allein auf Erfahrungen in anderen Bundesländern verlassen.
Innenminister Roland Wöller (48, CDU) will sich nicht allein auf Erfahrungen in anderen Bundesländern verlassen.  © DPA / Monika Skolimowska
Die Vorhersage von Straftaten inspirierte schon Hollywood - etwa im Streifen "Minority Report" mit Tom Cruise.
Die Vorhersage von Straftaten inspirierte schon Hollywood - etwa im Streifen "Minority Report" mit Tom Cruise.  © Imago Prod. DB

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