1600 Polizisten beschützten Dresden!

Beamte nahmen die Personalien dieses Pegida-Gegners auf.
Beamte nahmen die Personalien dieses Pegida-Gegners auf.

Von Elisabeth Freymann und Eric Hofmann

Dresden – Die Landeshauptstadt im Alarmzustand! Auch nach Absage der Montags-Demos glich Dresden einem Polizeiheerlager.

Wohin immer der Blick in der Innenstadt fiel: überall Beamte, Mannschaftswagen oder verdächtig-unverdächtige Männer auf den Plätzen - offenbar waren auch verdeckte Ermittler unterwegs, um für Sicherheit zu sorgen und das erlassene Kundgebungsverbot durchzusetzen.

Die Polizeiführung hatte 1653 Beamte aus Sachsen und mehreren anderen Bundesländern zusammengezogen. Ihre vordringlichste Aufgabe war, das Demoverbot durchzusetzen.

Auf dem Theaterplatz stellten PEGIDEN immer wieder Kerzen am Reiterdenkmal auf. Polizeisprecher Marko Laske (40): „Unwissende und absichtlich Unwissende wurden wieder weggeschickt.“ Die Kerzen durften brennen bleiben.

Auch ein PEGIDA-Gegner war da: Ein Künstler, der als Einmann-Demo Lutz Bachmann veräppelte. Er trug Warnweste und ein Transparent: „Je suis Lutz“.

Sein Pech: Ein paar Neugierige sammelten sich um ihn - damit war es eine unangemeldete Kundgebung. Beamte nahmen seine Personalien auf. PEGIDA-Gegner waren auch in der Prager Straße unterwegs, verteilten Flugblätter.

Diese Polizisten hielten den Neumarkt vor der Frauenkirche im Auge.
Diese Polizisten hielten den Neumarkt vor der Frauenkirche im Auge.

Demo-Verbot und Terrorwarnung erzeugten bei vielen Dresdnern und Besuchern ein mulmiges Gefühl.

Immerhin hatte die AfD gestreut, der angedrohte Anschlag solle mit einer „Handgranate“ erfolgen. Keine der offiziellen Stellen wollte das gestern bestätigen.

Passantin Heide Beyer (69): „Man fühlt sich nicht ganz wohl - aber ich bleibe deshalb nicht zuhause.“ Carsten Werner (42), Geschäftsmann aus Rheinland-Pfalz: „Es ist auffällig ruhig, sehr viele Polizisten hier.“

Lockerer nahmen Martina Scheffel (50) und ihr Freund Stefan Zimmermann (48). „Wir fühlen uns sicher, das schreckt uns nicht ab.“

PEGIDA hatte ihre Anhänger aufgefordert, ab 18.30 Uhr zu hupen und zu Hause Kerzen ins Fenster zu stellen. Tatsächlich fuhr pünktlich ein Autokonvoi lärmend am Theaterplatz vorbei.

In dem Plattenkomplex, in dem der umgebrachte Asylbewerber Khaled (†20) gewohnt hatte, blieben die Fenster allerdings dunkel ...

Fotos: Ove Landgraf, Eric Münch


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