Durch Betrug finanzierte er sich ein Leben auf der Sonnenseite

Um seine Leben in Brasilien zu finanzieren, wurde Paul L. (28) kriminell.
Um seine Leben in Brasilien zu finanzieren, wurde Paul L. (28) kriminell.  © Holm Helis

Dresden - Vom sonnigen Leben Brasiliens in den sächsischen Knast: Paul L. (28), der sein Leben an der Copacabana mit Betrug finanzierte, muss für sechs Jahre und zwei Monate in Haft.

„Sie brachen ihre Mauerlehre ab, um schnelles Geld zu machen“, konstatierte die Richterin am Landgericht Dresden. Paul L. verkaufte im Netz Ware, die er gar nicht hatte. Als der Staatsanwalt ermittelte, türmte er nach Brasilien.

Denn Paul stand bereits wegen Betruges unter Bewährung, floh also vor der Haft.

Von Südamerika aus zog er mit falschen Fonds und utopischen Renditen Anlegern Geld aus der Tasche. Gesamtschaden: 269.000 Euro. Davon will Paul seinen Lebensunterhalt bestritten und seiner Freundin eine Busen-OP bezahlt haben.

Schließlich landete er 2014 doch im Knast. In Brasilien! Monatelang harrte er dort unter grausamen Bedingungen seiner Auslieferung entgegen: So kam im Prozess zur Sprache, dass er geschlagen und erpresst wurde, Morde an Mitgefangenen miterlebte.

Deshalb wird Paul L. die Haftzeit in Brasilien im Verhältnis 1: 2,5 angerechnet. Im deutschen Knast bleibt er trotzdem die nächsten Jahre. Denn nun muss er auch die frühere Bewährungsstrafe abbrummen.

Überdies liegt inzwischen eine weitere Anklage wegen Betruges in 150 Fällen gegen ihn vor.


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