Das wird den mutmaßlichen Mitgliedern der Nazi-Terrorgruppe vorgeworfen

Robert S. vor dem Landgericht Dresden.
Robert S. vor dem Landgericht Dresden.

Dresden - Auftakt im Prozess gegen zwei mutmaßliche Mitglieder der Freien Kameradschaft Dresden (FKD). Robert S. (19) und Florian N. (27) müssen sich wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung und schweren Landfriedensbruch verantworten.

Laut Anklage des Generalstaatsanwalts gründetet sich die FKD nach einer Anti-Asyl-Demo im Juli 2015 in Dresden. "Es ging darum, Flüchtlinge und Andersdenkende zu bekämpfen, einzuschüchtern und in Angst zu versetzen. Flüchtlinge sollten dazu gebracht werden, Deutschland zu verlassen", so der Staatsanwalt.

So beging der Trupp diverse Überfälle auf Flüchtlingsheime in Dresden und Heidenau mit Böllern und Steinen.

Weil die Polizei in Heidenau so einen Angriff unterband, rückte die FKD "aus Rache" tags drauf erneut an, griff die Beamten an.

Florian N. ist ebenfalls angeklagt.
Florian N. ist ebenfalls angeklagt.

Auch in Leipzig-Connewitz, wo der rechte Mob mit Äxten und Schlagstöcken randalierte, mischte die FKD mit.

Als "Kleine Bürgerwehr" in Dresden auf dem Stadtfest verprügelten die Täter Flüchtlinge am Elbufer.

Laut Anklage war Robert S. immer vorn dabei, schlug zu, wo immer er Gelegenheit bekam. Florian N. fuhr Fluchtfahrzeuge, organisierte Böller oder kaufte Sturmhauben für die Mittäter.

Der Trupp war fest organisiert und hielt in Nachrichtenkanälen (WhatsApp) ständig Kontakt. Während im Kanal "Grützegruppe" zahlreiche Mitglieder auf dem Laufenden gehalten wurden, gab es für ausgewählte Mitglieder den Kanal "KF Info". Darin wurde zur Ordnung gemahnt: Demnach durfte nur über geplante Aktionen geredet werden. Wer "Belanglosigkeiten" wie "Hallo" einstellte, wurde für 24 Stunden ausgesperrt.

Auch zur "Gruppe Freital", gegen die derzeit wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung am OLG verhandelt wird, gab es regen Kontakt: So sollen beide Gruppen das alternative Wohnprojekt "Mangelwirtschaft" in Dresden überfallen haben.

Im November 2016 wurde die FKD mit zahlreichen Razzien ausgehoben, kamen mutmaßliche Täter in Haft. Acht sind inzwischen angeklagt. Weil Robert S. und Florian N. bei den Ermittlungen bereits geständig waren, wird nun zu erst gegen sie verhandelt.

Im nächsten Prozesstag kommende Woche wollen beide zu den Taten sprechen. Das Urteil soll Mitte Juli fallen.

Auch die Nebenkläger mitsamt Anwälten und Dolmetschern sind anwesend. Hinten rechts: Staatsanwalt Dr. Christian Richter (40)
Auch die Nebenkläger mitsamt Anwälten und Dolmetschern sind anwesend. Hinten rechts: Staatsanwalt Dr. Christian Richter (40)
 Richter Joachim Kubista (53), Chef der 3. Großen Strafkammer, leitet die Verhandlung.
Richter Joachim Kubista (53), Chef der 3. Großen Strafkammer, leitet die Verhandlung.

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