Kein Ende im Infinus-Prozess: Jetzt ist der angeklagte Manager krank

Dresden - Keine guten Neuigkeiten aus dem Infinus-Prozess. Seit 145 Tagen wird gegen die sechs Ex-Manager (49 bis 57 Jahre) des Finanzdienstleisters verhandelt. Jetzt aber nahmen Fachärzte den Hauptangeklagten Jörg Biehl (56) aus dem Rennen. Er ist derzeit nicht verhandlungsfähig, brach sich das Schultergelenk an.

Jörg Biehl (56) wurde von den Ärzten aus dem Infinus-Verfahren genommen.
Jörg Biehl (56) wurde von den Ärzten aus dem Infinus-Verfahren genommen.  © Ove Landgraf

Der Sturz passierte schon vor Tagen. Mit lädierter rechter Schulter erschien Biehl dennoch zu den Verhandlungen. Bis der Schmerz zu groß wurde. Die Klinik stellte eine angebrochene Schulter fest, gab dem Ex-Manager reichlich Schmerzmittel und attestierte: So ist der Mann nicht verhandlungsfähig.

Das torpediert freilich die ohnehin ausufernde Planung für den Prozess: Seit November 2015 wird verhandelt. Die Ex-Manager sollen per "Schneeball-System" einen Schaden von 156 Millionen Euro angerichtet haben. Vor wenigen Tagen stellte Chef-Richter Hans Schlüter-Staats (56) endlich ein Ende der Beweisaufnahme und Plädoyers ab 30. April in Aussicht.

Daraus wird nun nichts. Denn nach dem gestrigen Machtwort der Ärzte wurde der Prozesstag am Donnerstag, für Freitag und kommenden Montag abgesetzt.

Und Schlüter-Staats prüft, ob der Prozess, wenn er denn weitergeht, nicht nur an drei, sondern an fünf Tagen pro Woche verhandelt werden kann. Ausgang ungewiss.

Richter Hans Schlüter-Staats (56) verhandelt den bisher längsten Wirtschaftsprozess im Freistaat.
Richter Hans Schlüter-Staats (56) verhandelt den bisher längsten Wirtschaftsprozess im Freistaat.  © Ove

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