Prozess um S-Bahn-Schubser: Angeklagter belastet seinen Saufkumpan

Die Tat geschah am 17. März am S-Bahnhof Dresden-Zschachwitz.
Die Tat geschah am 17. März am S-Bahnhof Dresden-Zschachwitz.  © Norbert Neumann

Dresden - Das Schubser-Drama vom S-Bahnhof: Erstmals äußerten sich die beiden Angeklagten gestern am Landgericht zur Tat. Der mutmaßliche Haupttäter Chakir A. (24) aus Marokko will sich nur verteidigt haben: "Ich fühlte mich angegriffen!". Mittäter Radouan K. (27) aus Libyen schildert die Situation auf dem Bahnsteig anders.

Am Tattag trafen sich die Flüchtlinge zufällig in einer Bar in der Neustadt, tranken Bier.

Später rauchten sie Haschisch, wollten mit der S-Bahn weiter zur nächsten Kneipe. In Zschachwitz flogen die Schwarzfahrer raus.

"Ich bat jemanden am Bahnsteig um Feuer", so A. "Die Antwort war eine Beleidigung." Daraufhin habe er gegen das Rad des Opfers René J. (41) getreten. "Dann spürte ich einen Schlag", so der Angeklagte.

Haupttäter Chakir A. (24, l.) aus Marokko beruft sich auf Erinnerungslücken. Nach wiederholten Nachfragen erinnerte sich Mittäter Radouan K. (27) aus Libyen dann doch noch an Details der Tat.
Haupttäter Chakir A. (24, l.) aus Marokko beruft sich auf Erinnerungslücken. Nach wiederholten Nachfragen erinnerte sich Mittäter Radouan K. (27) aus Libyen dann doch noch an Details der Tat.  © Ove Landgraf

Er habe dann zurück geschubst in Richtung Gleise. "An mehr erinnere ich mich nicht", behauptet A.

Das Gedächtnis des Libyers funktioniert besser. A. habe den Mann mit Rad angesprochen, kurz darauf geschubst. Das Opfer fiel ins Gleisbett, stieg wieder rauf, schlug den Marokkaner.

Der blutete am Mund, ging zu seinem Begleiter. "Ich sagte, lass uns weg gehen", so der Libyer. "Doch A. hat den Mann mit Rad noch mal geschubst, der fiel wieder runter."

Der Marokkaner hielt das Opfer unten.

"Er hat ihn mit dem Rucksack geschlagen. Ich wollte mich nicht einmischen, damit die Leute nicht denken, wir würden zu zweit den Mann angreifen", sagte der Libyer.

"Ich habe nichts gemacht, weil ich nicht ins Gefängnis wollte." Der Prozess wird fortgesetzt.


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