Widerlich! Ingenieur aus Sachsen missbrauchte die Töchter von Freunden

Clemens M. (41) muss sich am Landgericht verantworten.
Clemens M. (41) muss sich am Landgericht verantworten.

Dresden - "Elysium" bedeutet eigentlich "Himmel auf Erden". Doch die Plattform gleichen Namens im Darknet war für zahlreiche Kinder die Hölle. Dort tauschten 89.000 "Nutzer" widerliche Kinderpornos aus. Als das BKA den Ring sprengte, ging den Fahndern auch ein Dresdner ins Netz. Seit Donnerstag muss sich Clemens M. (41) am Landgericht Dresden wegen schweren sexuellen Missbrauch von Kindern verantworten.

Der Diplom-Ingenieur, der zum Pfarrgemeinderat der katholischen Gemeinde "Heilige Familie" gehört, verging sich laut Anklage immer wieder an zwei Mädchen (heute 5 und 7 Jahre). Es waren Kinder von Freunden, die bei Clemens M. in Dresden-Seidnitz übernachteten.

Demnach manipulierte er an ihrem Geschlecht, führte Schläuche, Stifte, Vibratoren oder Finger ein. All die Taten soll er gefilmt haben. Auch im gemeinsamen Urlaub am Timmendorfer Strand sollen solche Bilder entstanden sein.

Bei der Hausdurchsuchung im Juli wurden zahlreiche Kinderpornos sichergestellt. Seither sitzt Clemens M. in U-Haft. Er ist geständig. Die Jugendschutzkammer plante lediglich zwei Prozesstage. Am kommenden Verhandlungstag Anfang Januar will der Angeklagte aussagen, ein Urteil soll kurz danach fallen.

Drei Tage nach der Hausdurchsuchung bei Clemens M. meldete das Bundeskriminalamt, Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität, die Zerschlagung der Plattform "Elysium": Dort tauschten sich seit Ende 2016 weltweit Mitglieder massenhaft Kinderpornos aus.

Als mutmaßlicher Administrator wurde ein 39-jähriger Hesse festgenommen. Ein 61-jähriger Bayer soll für die Grafik der Seite zuständig gewesen sein. Die Fahnder entdeckten auch einen Familienvater aus Österreich, der seine eigenen Kinder an Forenmitglieder "weiterreichte"! Wie weit Clemens M. in "Elysium" verstrickt war, wird der Prozess zeigen.


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