Prozess: Er stach seinen Landsmann nieder!

Der Marrokaner Said R. (29) erstach im Asylheim seinen Landsmann  Abdelhak M. (†32)
Der Marrokaner Said R. (29) erstach im Asylheim seinen Landsmann Abdelhak M. (†32)

Von Eric Hofmann

Dresden - Drogen, Alkohol, Wut - die beiden Marrokaner Said R. (29) und Abdelhak M. (†32) gerieten am frühen Morgen des 26. April im Asylheim aneinander. Die Lage eskalierte, bis Said seinem Landsmann siebenmal ein Messer in den Oberkörper rammte. Abdelhak verblutete noch im Treppenhaus der Unterkunft. Mittwoch begann der Prozess vor dem Dresdner Landgericht.

Am frühen Morgen entdecke ein Passant einen schreienden blutenden Mann in der Nähe der „Huschhalle“ in Löbtau, rief die Polizei - es handelte sich um Said R. mit einer Schnittwunde an der Hand.

Wenig später fanden die Beamten im ersten Stock des Asylheims Abdelhak M., zusammengekauert in seinem eigenen Blut. Eine Wiederbelebung scheiterte.

Der Marrokaner muss sich jetzt wegen Totschlag vor dem Dresdner Landgericht verantworten.
Der Marrokaner muss sich jetzt wegen Totschlag vor dem Dresdner Landgericht verantworten.

Was war geschehen?

Oberstaatsanwalt Christian Avenarius (56) wirft dem bereits abgelehnten Asylbewerber Totschlag vor: „Im Streit um gestohlene Handys und Drogengeschäfte kam es zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung, dann verabreichte der Angeklagte seinem Kontrahenten sieben Messerstiche in Brustkorb und Oberarme.“

Über seinen Verteidiger Andrej Klein (44) erklärte der Täter, dass es Notwehr gewesen wäre: „Am Vorabend hat mein Mandant mit dem Geschädigten am Albertplatz Bier, Crystal und Wodka konsumiert. Als der Geschädigte beleidigend wurde, ist mein Mandant in die Tharandter Straße gegangen.“

Am Morgen sei dann Abdelhak dort aufgekreuzt und hätte Said angegriffen, der sich nur durch die fatalen Messerstiche retten konnte.

Der Prozess wird fortgesetzt.

Fotos: Steffen Füssel


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