Anneli-Mörder sollen lebenslang und 15 Jahre hinter Gitter

Oberstaatsanwältin Karin Dietze
Oberstaatsanwältin Karin Dietze  © Ove Landgraf

Dresden - Lebenslang und 15 Jahre Haft für Annelis Mörder. Das forderte die Oberstaatsanwältin Karin Dietze (58) gerade im Prozess am Landgericht Dresden.

Laut Anklage hatten Markus B. (40) und Norbert K. (62) die Schülerin Anneli (17) im August 2015 auf dem Feldweg bei Luga entführt, um ihre Eltern um 1,2 Millionen Euro zu erpressen. 

Nur einen Tag später - so die Anklage - erstickte Markus B. das Mädchen in der Scheune seines Grundstücks im benachbarten Lampersdorf mit einem Spanngurt. 

Die nackte Leiche des Opfers sollen beide Täter hinter einer Grundstücksmauer unter Kies versteckt haben. 

Der Angeklagte Norbert K. wird vor das Landgericht geführt.
Der Angeklagte Norbert K. wird vor das Landgericht geführt.  © Ove Landgraf

Norbert K. habe diese grausame Tat gebilligt und zu keinem Zeitpunkt verhindert, obwohl er mehrfach die Möglichkeit dazu hatte. 

Weshalb er wegen Mordes durch Unterlassen verurteilt werden soll, so die Oberstaatsanwältin.

"Die Angeklagten hatten beide Angst davor, dass Anneli Sie Identifizieren könnte. Anneli musste sterben", so Karin Dietze.

Für Markus B., der die Entführung plante, den Mord beging und danach "völlig schmerzfrei" sein normales Leben weiterführte, forderte die Oberstaatsanwältin lebenslang. 

Norbert K. soll für 15 Jahre hinter Gitter.

Markus B. hat die Entführung akribisch geplant und auch den Mord begangen. Deshalb fordert die Staatsanwältin lebenslang.
Markus B. hat die Entführung akribisch geplant und auch den Mord begangen. Deshalb fordert die Staatsanwältin lebenslang.  © Ove Landgraf

Karin Dietze zu den Angeklagten: "Familie R. muss ein Leben lang leiden. Welche Spuren Sie bei der Familie , Freunden, Nachbarn, Zeugen und Polizisten hinterlassen haben, ahnen Sie nicht einmal! Auch die Qualen bei den Beamten, die fieberhaft nach Anneli suchten, hofften, sie lebend zu finden. Qualen, die man nicht mit dem Abschluss eines Ermittlungsverfahrens ablegen kann..."

Nun sollen noch die Anwälte der Familie plädieren. Die Verteidiger halten ihre Schlussvorträge am Donnerstag.

Im August 2015 wurde Anneli (17) von ihren Entführern ermordet.
Im August 2015 wurde Anneli (17) von ihren Entführern ermordet.  © DPA

Update: 15:20 Uhr

Oberstaatsanwältin Karin Dietze forderte in einem Nachtrag außerdem die Feststellung der Schwere der Schuld für den Angeklagten Markus B., um das „rücksichtlose und sinnlose Töten“ von Anneli zu sühnen. Das hieße, dass Markus B. mindestens 20 Jahre absitzen muss.

Auch die Anwälte der Familie forderten diese Strafe für Markus B.. "Aber auch der Angeklagte K. soll lebenslänglich verurteilt werden", so Anwalt Kay Estel (38). Und Anwalt Stefan Schulz (39) bekräftigte: "Die Täter gingen arbeitsteilig vor!" Er zitierte die Rechtssprechung, wonach Urteile zum Schutz der Gesellschaft zu sprechen sind. "Wann, wenn nicht in diesem Verfahren, wäre die Höchststrafe für beide angebracht?", sagte Schulz sichtlich bewegt.

Entgegen der bisherigen Planung folgen die Plädoyers der Verteidiger nun erst am Freitag. Dann wollen sich auch Annelis Vater Uwe (58) und ihre Schwester Anett (32) nochmals äußern. Das Urteil ist für September geplant.


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