Prozess um blutigen Asylstreit: So lange muss der Ohrabschneider in den Knast

Dresden - Schnitt Abdulrahman I. (29) seinem Zimmergenossen ein Stück vom Ohr ab, weil der ihn verpfeifen wollte?

Wurde Dienstag zu zwei Jahren Haft verurteilt: Abdulrahman I. (29) aus Libyen.
Wurde Dienstag zu zwei Jahren Haft verurteilt: Abdulrahman I. (29) aus Libyen.

Wegen gefährlicher Körperverletzung muss der Libyer für zwei Jahre in den Knast, wie das Dresdner Amtsgericht Dienstag urteilte.

Im Asylheim an der Tharandter Straße kam es am Abend des 12. Mai zu einem blutigen Streit. Auslöser war, dass Jeen K. (37) seinen Mitbewohner bei den Sicherheitsleuten anschwärzen wollte - wegen Drogengeschäften im gemeinsamen Zimmer. Bei seiner Vernehmung verstrickte sich Jeen K. allerdings in Widersprüche. Das Stück vom Ohr wurde nie gefunden, das Tatmesser ebenso wenig.

Abdulrahmans Anwalt versuchte deshalb das Gericht davon zu überzeugen, dass der Mann aus Kaschmir die Tat vortäuschte, um nicht abgeschoben zu werden. Der Asylantrag des Pakistanis wurde nämlich abgelehnt. Die Schilderungen von Jeen K. hielt der Richter jedoch für glaubwürdig.

Das Abschneiden des Ohres sei eine Art "Schandmal". Weil er gedroht hat, alles auffliegen zu lassen, habe man den Pakistani eine Warnung in bester Mafia-Manier geben wollen.

Jeen K. (37) hatte keine Lust mehr auf Drogengeschäfte in seinem Zimmer. Dafür musste er teuer bezahlen - mit einem Messer wurde ein Drittel seiner Ohrmuschel abgetrennt.
Jeen K. (37) hatte keine Lust mehr auf Drogengeschäfte in seinem Zimmer. Dafür musste er teuer bezahlen - mit einem Messer wurde ein Drittel seiner Ohrmuschel abgetrennt.

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