Er ließ sich mit Live-Sex bezahlen: Knast für schweigenden Drogendealer

Dresden - Ein Ehrenwort unter Ganoven zählt sehr viel. Es wird nicht gebrochen. Mit allen Konsequenzen. Ex-DJ Michael G. (48) wollte und wird niemals seinen Drogenlieferanten benennen. Dafür geht er jetzt sogar vier Monate in den Knast!

Sein Schweigen brachte Drogendealer Michael G. (48) in den Knast.
Sein Schweigen brachte Drogendealer Michael G. (48) in den Knast.

Der Reihe nach: Einst kassierte Michael G. drei Jahre und acht Monate Haft. Er hatte mit reichlich Drogen gehandelt und sich das Rauschgift recht bizarr bezahlen lassen. Er schaute dem belieferten Pärchen beim Sex zu. Aus dem Urteil geht hervor, dass Silvio L. der Lieferant für Michael war. Nachgewiesen durch Observationen. Schon im Prozess schwieg Michael dazu.

Dann kam der Prozess gegen Silvio, wo Michael, der inzwischen wegen guter Führung aus der Haft vorzeitig entlassen war, als Zeuge aussagen sollte. Tat er aber nicht. Er schwieg. Trotz der Aussagepflicht für Zeugen. Sage und schreibe 14-mal lud der Richter erfolglos den "stummen" Zeugen. Selbst sechs Monate Beugehaft brachen das Schweigen von Michael nicht. Silvio wurde dennoch zu über drei Jahren Haft verurteilt.

Und Michael saß nun Dienstag vorm Amtsrichter wegen versuchter Strafvereitelung. "Sie haben den Prozess fast sechs Monate lang boykottiert", so der Richter. "Sie wollten ihren Kumpel schützen. Genutzt hat es niemandem." Urteil: vier Monate Haft. Ohne Bewährung.

Der Drogendealer sah nur zu (Symbolbild).
Der Drogendealer sah nur zu (Symbolbild).  © 123RF

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