So klappt ein harmonisches Fest mit Euren Liebsten

Dresden - Weihnachten ist das Fest der Besinnlichkeit. Leider können es immer mehr Menschen nicht so erleben. Warum? Die Dresdner Psychologin Ilona Bürgel (54) gibt Tipps, damit es für alle ein tolles Fest wird.

Genießen statt grübeln: Dr. Ilona Bürgel rät für die Festtage zum Abschalten - nicht nur im übertragenen Sinne.
Genießen statt grübeln: Dr. Ilona Bürgel rät für die Festtage zum Abschalten - nicht nur im übertragenen Sinne.  © Amac Garbe

Die Leistungsfalle: Kurz vor Jahresende agieren viele wie im Fieber, kennt der Perfektionismus keine Grenzen. Tipptopp muss alles sein - die geputzten Fenster, die Bügelwäsche, das Essen. "Vorfreude und Genießen werden dafür immer öfter geopfert. Das Ergebnis ist, dass wir erschöpft, vielleicht sogar krank Weihnachten beginnen", sagt Ilona Bürgel.

Ihr Rat: Hört auf Euren Körper, gönnt Euch Pausen. Gebt Aufgaben Prioritäten. Was muss wirklich fertig werden?

Vergleichen: "Vergleichen macht unglücklich, weil wir uns häufig an unrealistischen Idealen messen", weiß Ilona Bürgel. Sie rät, mit dem Schielen auf das, was andere tun oder haben, aufzuhören. Wem das gelingt, der hat wieder Augen für das kleine Glück vor der eigenen Nase.

Maßlosigkeit: "Unsere Erwartungen und Ansprüche werden in allen Lebensbereichen immer größer. Wir merken das selbst nicht einmal, weil wir uns anpassen und ein nächsthöheres Niveau als selbstverständlich ansehen", so die Buchautorin. Ein gefährlicher Trend. Als "Gegenmittel" schlägt die Expertin "Abrüstung" vor - weniger ist mehr! Das gilt für die Planung der Termine ebenso wie fürs Menü oder das Beschenken.

Einfach mal Ruhe antun: Wann, wenn nicht jetzt?
Einfach mal Ruhe antun: Wann, wenn nicht jetzt?  © 123RF

Abschalten: Telefone läuten, Gedanken kreisen. Bürgel: "So mangelt es uns schnell an Erholung. Wir ruhen uns immer weniger aus, schöpfen keine neue Kraft." Zwangsläufig führt das dazu, dass wir immer empfindlicher werden. Also: Ohne Ablenkung die freien Tage gestalten, den Stollen genießen oder die Tanne bewundern.

Aussprechen: Aus falscher Rücksicht werden persönliche Wünsche oft nicht ausgesprochen. Die Psychologin nennt ein Beispiel: "Wenn Sie der Oma Hilfe beim Kochen anbieten, jedoch eigentlich meinen, Sie möchten lieber selbst kochen, weil Omas Essen Ihnen zu fett ist, dann müssen Sie klare Ansagen machen."

Ilona Bürgels Wohlfühl-Botschaft: "Weihnachten ist der perfekte Moment, dankbar zu sein. Jede Form der Dankbarkeit verbessert das Wohlbefinden. Das meiste Herzweh produzieren wir durch zu viel Denken und die Art, wie wir denken."

Die ganze Familie auf einem Haufen? Das kann schön sein, für manchen aber auch stressig.
Die ganze Familie auf einem Haufen? Das kann schön sein, für manchen aber auch stressig.  © 123RF

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