Hilfe, der Friedhof hat meinen Grabstein verboten!

Julia Kloas (60) muss ihren Grabstein erstmal wieder mit nach Hause nehmen.
Julia Kloas (60) muss ihren Grabstein erstmal wieder mit nach Hause nehmen.

Radeberg - Ein Ort der Ruhe, des Erinnerns und der Trauer - doch wenn es um die liebe Ordnung geht, ist es mit dem Frieden auf dem Radeberger Friedhof schnell vorbei!

Das musste Julia Kloas (60) erfahren, als der Grabstein ihrer Mutter plötzlich weg war.

2014 verstarb die Mutter, kam gemeinsam in das Urnengrab ihres zuvor verschiedenen Mannes auf dem Radeberger Friedhof. „Weil es da noch keinen Grabstein gab, habe ich im Sommer einen anfertigen lassen, bei einem ganz normalen Steinmetz.“

Doch kaum aufgestellt, klingelte die Friedhofsverwaltung durch, schickte Warnungen: „Die sagten der Stein wäre zu dünn und die Schrift irgendwie falsch“, so die Hinterbliebene. „Das habe ich gar nicht verstanden.“

Bis der Stein den Vorschriften entspricht, bleibt das Grab in Radeberg anonym.
Bis der Stein den Vorschriften entspricht, bleibt das Grab in Radeberg anonym.

Da ließ die Friedhofsverwaltung Taten folgten, sackte den Stein einfach ein und steckte ihn ins Lager.

Friedhofsmeister Benjamin Truxa (34) erklärt: „Das Grab liegt in einem besonderen Bereich, wo schärfere Regeln für die Gestaltung gelten. Der Stein von Frau Kloas war nicht symmetrisch, aber zu dünn. Auch die Politur entsprach nicht den Vorschriften und irgendwie muss ich die Friedhofsordnung ja durchsetzen.“

Das Kompromissangebot: Stein verdicken, Politur abschleifen, die asymmetrische Welle darf bleiben.

Julia Kloas hat den Stein gestern abgeholt, überlegt ihn nochmal bearbeiten zu lassen.

Fotos: Christian Essler


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