Rechte Gewalt in Sachsen: Mehr Angriffe und ein Mord

Dresden - Die Zahl rechter und rechtsmotivierter Angriffe in Sachsen hat deutlich zugenommen, so der Opferverband RAA Sachsen. Er registrierte im vergangenen Jahr 317 Gewalttaten - ein Plus von 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dazu zählt auch ein Mord.

Auch durch die Ereignisse in Chemnitz stieg laut RAA die Zahl rechter Angriffe.
Auch durch die Ereignisse in Chemnitz stieg laut RAA die Zahl rechter Angriffe.  © dpa/Ralf Hirschberger

208 Taten seien im Vorjahr rassistisch motiviert gewesen, 54 richteten sich gegen politische Gegner. 55 Taten hätten andere menschenverachtende Motive, hieß es. Die Steigerung komme vor allem durch die Ereignisse in Chemnitz im Spätsommer. Dort habe sich die Zahl mit 79 Vorfällen etwa vervierfacht.

Zugenommen hätten vor allem Angriffe auf politische Gegner etwa bei Demos von PEGIDA oder beim Treffen von Neonazis in Ostritz. Die RAA wertet wie das Innenministerium auch einen Mord als rechtsmotiviert - den an Christopher W. (†27) im April 2018 in Aue.

"Mehrere Punkte sprechen dafür, dass seine sexuelle Orientierung das Motiv gewesen ist", so Andrea Hübler von der RAA. Zudem seien die Beschuldigten im rechten Spektrum zu verorten. Der Prozess läuft derzeit.

Die Opferberatung bezieht ihre Infos von Betroffenen, Kooperationspartnern, Polizei, Presseberichten oder Landtagsanfragen. Deshalb liegen die Zahlen meist oberhalb der von der Polizei erfassten Taten.

Die Staatsregierung registrierte im Vorjahr 2489 rechtsmotivierte Straftaten in Sachsen, darunter 130 Gewalttaten, ergab eine Anfrage von Kerstin Köditz (51, Linke).

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