Regional, gesund, zu teuer? "Onkel Franz" ist insolvent

Dresden - Kochen mit regionalen Zutaten - viele Lokale schreiben sich das auf die Speisekarte. Können und wollen sie sich aber auch wirklich heimisch Angebautes leisten?

2014 ging Markus Wenzel mit "Onkel Franz" auf dem Weißen Hirsch an den Start - knapp fünf Jahre später ist die Bio-Firma insolvent.
2014 ging Markus Wenzel mit "Onkel Franz" auf dem Weißen Hirsch an den Start - knapp fünf Jahre später ist die Bio-Firma insolvent.  © Eric Münch

Die schwierige Lage der Dresdner Gastronomie hat ihren Tribut gefordert: Der Regional- und Bio-Händler "Onkel Franz" muss diese Woche Insolvenz anmelden - sechsstellige Verbindlichkeiten waren nicht mehr zu decken.

Im November 2014 hatten Martin Wett (29) und Markus Wenzel (34) den Laden samt Lieferservice auf dem Weißen Hirsch eröffnet. Im Regal: Obst, Gemüse, Milch, Käse, Fleisch. Weit über 2 000 Produkte, von 150 regionalen Erzeugern und damit teurer als im Discounter.

Lokale wie das "Raskolnikoff" oder das "Daniel" gönnten sich die hochwertigen Zutaten. Im Gegensatz zur kleinen Zahl der Privatkunden, boomte die Liste der Wirte.

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Einkaufsladen und Lieferservice - beides konnten Wett & Wenzel nicht mehr stemmen. 2017 schlossen sie den Laden, belieferten nur noch vom Industriegelände aus ihre Gastro-Kunden.

Die Krise im Gastrogewerbe veränderte die Situation. Hohe Kosten für die Mangelware Personal führen zum Sparkurs und zum Einkauf im Discounter - "Onkel Franz" musste Insolvenz anmelden.

Wie es nach der bis 31. Juli angekündigten Betriebsruhe weiter geht, ist unklar.

Titelfoto: Eric Münch

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