Die Welt der Reichen und Schönen! So viel Luxus kommt aus Sachsen

Dresden - Die Lust der Menschen auf Luxus treibt seit Jahrhunderten den Welthandel an. Was früher Seide und Gewürze waren, sind heute sündhaft teure Uhren, Yachten oder Porzellan.

Auf derartige Erfolgs- und Statussymbole könnte man zwar lässig pfeifen. Sachsens Wirtschaft braucht sie aber, denn die Anfertigung exklusiver Produkte sichert hierzulande Wohlstand und Jobs.

Hier erfährst Du, wie und womit heimische Firmen die Welt der Schönen und Reichen bereichern, um dabei selbst Profit zu machen.

Uhren aus Glashütte stehen weltweit für deutsche Präzision und perfekte Uhrmacherkunst.
Uhren aus Glashütte stehen weltweit für deutsche Präzision und perfekte Uhrmacherkunst.

Uhren aus Glashütte

In Glashütte lebt die Zeit. Das Städtchen im Erzgebirge ist das Zentrum der deutschen Uhrenindustrie. Seit über 165 Jahren stehen Uhren aus Glashütte weltweit für deutsche Präzision und perfekte Uhrmacherkunst.

Die Namen der ortsansässigen Manufakturen klingen wie das "Who is who" der Branche: Lange Uhren, Bruno Söhnle, Glashütte Original, Grossmann Uhren, C. H. Wolf, Mühle-Glashütte, Nomos, Sug, Tutima, Union und Wempe.

Über 2.000 Menschen arbeiten dort in Uhren-Manufakturen. Die Betriebe stehen auf dem internationalen Parkett in direkter Konkurrenz mit der Schweizer "Haute Horlogerie" (übersetzt: hohe Uhrmacherkunst).

Die Sachsen trumpfen dabei mit zeitlos schönen Zeitmessern in ganz verschiedenen (Preis-)Segmenten auf.

A. Lange & Söhne tritt zum Beispiel im High-Class Segment an. Die günstigste mechanische Uhr bei Lange kostet 14.000 Euro. Die "Grand Complication" als teuerste knapp zwei Millionen Euro. Unter dem Slogan "Die Uhr zum Abitur" verkauft Nomos Chronometer aus der Serie Campus bereits ab 1.100 Euro - fast schon ein Schnäppchen.

Die "Deutschen Werkstätten Hellerau" stehen für Tradition und Exklusivität seit mehr als 100 Jahren.
Die "Deutschen Werkstätten Hellerau" stehen für Tradition und Exklusivität seit mehr als 100 Jahren.  © Imago

Jacht-Möbel aus Hellerau

Die Deutschen Werkstätten Hellerau mussten schon mehrere Krisen meistern. Heute gehört der Dresdner Betrieb, bei dem 240 Leute am Stammsitz in Dresden-Hellerau angestellt sind, zu den internationalen Top-Adressen im Ausbau von Privatresidenzen, Vorstandsetagen und Luxushotels.

Seit 1998 widmet die Firma sich auch dem Jacht-Ausbau. "Wir sind mittlerweile einer der weltweiten Marktführer dieses Nischensegments", heißt es aus der Vorstands-Etage. Bis heute entstanden die Räumlichkeiten von 18 Megajachten in der Hellerauer Fertigung.

Zuletzt die der nun mit 180 Meter längsten Jacht der Welt. Bemerkenswert: Diese Erfolgsstory begann mit einer "Pleite". Die Deutsche Bahn hatte die Werkstätten mit dem Ausbau des Businesszugs „Metropolitan“ beauftragt.

Statt der erhofften 50 Züge baute man gerade einmal zwei aus. Wagemutig setzten die Hellerauer danach ihre Segel und begannen bei Werften, um Aufträge zu buhlen. Mit Erfolg.

Im Werk des Zuffenhausener Sportwagenherstellers laufen mittlerweile täglich 250 Fahrzeuge vom Band.
Im Werk des Zuffenhausener Sportwagenherstellers laufen mittlerweile täglich 250 Fahrzeuge vom Band.  © Imago

Traumautos aus Leipzig

Blitzendes Chrom, glänzender Lack, kühles Leder - in Leipzig rollen massenhaft teure Traumwagen in den Fabriken von Porsche und BMW von Band.

Im Werk des Zuffenhausener Sportwagenherstellers werden in Hightech-Serienfertigung sämtliche Modellvarianten des Cayenne, Panamera und Macan im Mix produziert. 4.100 Leute verdienen bei Porsche in Leipzig ihre Brötchen.

Im BMW-Werk "nebenan" stehen rund 5.300 Menschen in Lohn und Brot. Sie fertigen täglich bis zu 980 Premium-Fahrzeuge für den weltweiten Export.

Die BMW-Produktionspalette in der Messestadt umfasst dabei die 2er Reihe, den 1er (5-Türer), die i-Fahrzeuge mit alternativen Antrieben und Carbon-Leichtbaukarosserien sowie auch das M2 Coupé.

Leder, Samt, Seide, Perlmutt, Stickereien und Applikationen zieren die Vorder- und Rückseiten der Taschen.
Leder, Samt, Seide, Perlmutt, Stickereien und Applikationen zieren die Vorder- und Rückseiten der Taschen.

Handtaschen aus dem Vogtland

Als virtuos kann man die Taschen von Katrin Langer (51) bezeichnen. Die Designerin nutzt für die Fertigung der "Clutches" (Handtaschen ohne Henkel; ab 1950 Euro) Know-how aus dem Musikinstrumenten-Bau im Vogtland.

Promis wie Catherine Zeta-Jones, Jade Ewen, Judith Rakers oder Jella Haase sah man schon mit so einem Schmuckstück über einen roten Teppich schweben.

Typisch für Langners Label sind Holzrahmen, die in traditioneller Technik hergestellt werden.

"Die Handtaschen werden in Sachsen gefertigt", erklärt Katrin Langner. Sie selbst hat jüngst ihre Vertriebsfirma in Plauen geschlossen.

Die Geschäftsfrau lebt und arbeitet jetzt in Luzern in der Schweiz, dort, wo auch viele ihrer Kundinnen wohnen. Von dort lenkt sie den Verkauf ihrer Taschen in aller Welt.

Safran zeichnet sich durch eine tiefrote Farbe, ein einzigartiges Aroma und langen Fäden aus.
Safran zeichnet sich durch eine tiefrote Farbe, ein einzigartiges Aroma und langen Fäden aus.  © Imago

Safran aus Stolpen

Safran gilt als eines der teuersten Gewürze der Welt. Afghanistan, Iran und Kaschmir sind bekannte Anbaugebiete.

Boris Kunert (48) aus Dresden brachte das lila Krokusgewächs nach Stolpen: "Jede Blüte enthält drei Safranfäden. Die werden in Handarbeit gezupft. Aus etwa 300 Blüten gewinnt man ein Gramm Safran."

Dieses Gramm wird teurer als Gold gehandelt - vorausgesetzt, man findet dafür Abnehmer.

Kunert stellt klar: "Safran kann man nicht wie Kartoffeln verkaufen." Wer glaube, damit rasch reich werden zu können, der irrt.

www.saxen-safran.de

Meißner Porzellan ist über die Sächsischen Landesgrenzen hinaus bekannt.
Meißner Porzellan ist über die Sächsischen Landesgrenzen hinaus bekannt.  © DPA

Porzellan aus Meißen

Erlesenes Tafelgeschirr aus Sachsen? Die Frage kann hierzulande jedes Kind beantworten: Meissener Porzellan. Die glorreiche Marke der Staatlichen Porzellan-Manufaktur genießt Weltruf. Der Betrieb selbst hängt seit Jahren am Finanz-Tropf der Landesregierung.

Die über 300 Jahre Manufaktur (rund 660 Mitarbeiter) hätte ohne die Millionen-Hilfen aus dem Dresdner Finanzministerium keine Zukunft. Nach Ausflügen ins Modegeschäft besinnt sich der Staatsbetrieb jetzt wieder seiner Wurzeln.

Das Unternehmen erlöst fast zwei Drittel seines Umsatzes in Höhe von 38, 74 Millionen Euro (Konzernbilanz zum 31. Dezember 2016) durch den Verkauf des Weißen Goldes.

Die treueste Kundschaft hat die Manufaktur im Inland (57,7 % des Umsatzes) und in Asien (32,1 %).


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