Tödlicher Raser-Unfall: Hätte ein Radweg die Radlerin retten können?

Dresden - Letzten Freitag starb eine Radfahrerin (55) auf der Reicker Straße beim Abbiegen in eine Seitenstraße (TAG24 berichtete). Ein Fahranfänger (18) überholte, wahrscheinlich zu schnell und im Überholverbot. Es kam zum Crash. Jetzt wird über Konsequenzen diskutiert: Könnte die Frau noch leben?

Der ADFC fordert auf beiden Seiten der Reicker Straße sichere Radwege. Die Autospur wäre dann nicht mehr überbreit, hätte aber noch genug Platz.
Der ADFC fordert auf beiden Seiten der Reicker Straße sichere Radwege. Die Autospur wäre dann nicht mehr überbreit, hätte aber noch genug Platz.  © Steffen Füssel

Aus Sicht des ADFC: Ja! "Mit dem im Radverkehrskonzept vorgesehenen Radweg wäre kein Platz mehr für waghalsige und bereits untersagte Überholvorgänge gewesen", sagt Nils Larsen (35).

Heißt konkret: Aktuell ermöglicht die überbreite Fahrspur zumindest theoretisch ein Überholen. Wären die Fahrspuren durch Radwege enger, wäre der Gegenverkehr zu nah, um aus der Kolonne auszuscheren und gedankenlos zu überholen.

Die Grünen im Stadtbezirksrat Prohlis wollen jetzt per Antrag Tempo 30, einen stationären Blitzer, eine Ampel und sichere Radwege prüfen lassen.

Unterstützung kommt aus dem Rat. "Wir müssen radikal eingreifen", sagt Stadtrat Johannes Lichdi (55, Grüne). FDP-Chef Holger Hase (43) fordert einen Mobilitätsgipfel, die SPD deutlich mehr Kontrollen.

Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (43, Grüne): "Wir sehen erneut, wie wichtig sichere Radverkehrsanlagen sind. Für die Reicker Straße zwischen Rayskistraße und Gamigstraße erarbeiten die Verkehrsplaner aktuell die Vorplanung. Zielstellung ist, sie im Jahr 2021 umzusetzen."

Hätte ein Radweg das Unglück verhindern können?
Hätte ein Radweg das Unglück verhindern können?  © Imago/CHROMORANGE
Das Geisterrad erinnert an die getötete Radlerin, Politiker von Grünen, SPD, FDP und AfD fordern Konsequenzen.
Das Geisterrad erinnert an die getötete Radlerin, Politiker von Grünen, SPD, FDP und AfD fordern Konsequenzen.  © Steffen Füssel

Mehr zum Thema Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0