Rentner (82) ließ seinen Pudel völlig verwahrlosen

Dresden - Es ist die traurige Geschichte der klassischen Überforderung. Wolfgang G. (82) hing sehr an seinem Hund Stupsi. Doch der gebrechliche Mann konnte sich kaum um den Pudelmischling kümmern. Das Tier verwahrloste.

Wolfgang G. (82) hatte seinen Hund sehr gern, war aber mit dessen Pflege völlig überfordert.
Wolfgang G. (82) hatte seinen Hund sehr gern, war aber mit dessen Pflege völlig überfordert.  © Norbert Neumann

Deshalb fand sich Opa Wolfgang nun vorm Richter wieder. Wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Mit Zecken übersät, verfilztem Fell und Maden zwischen den Zehen wurde "Stupsi" in Pillnitz von Passanten entdeckt, die den Hund uns Tierheim brachten.

"Ich hab ihn nicht ausgesetzt", beteuerte der einstige Stellmacher. "Wir waren im Wald, dann war der Hund weg. Ich hab gerufen. Aber der ist doch schwerhörig. Am nächsten Tag rief ich im Tierheim an. Da war er. Aber ich durfte ihn nicht mehr mitnehmen", so Wolfgang G. traurig, dem das Heim die Herausgabe verweigert.

Völlig zu Recht, meinte der Richter: "Der Zustand des Hundes kam ja nicht über Nacht!", so der Jurist. Wolfgang G. nickte: "Aber die Zecken und Maden sah ich doch ohne Brille nicht. Außerdem war sein Fell so dicht. Ich bin alle sechs Monate mit ihm zum Tierarzt zum Schären. Der hätte vielleicht geholfen."

Das ließ der Richter nicht gelten: "Sie haben sich täglich um ihren Hund zu kümmern! Sie haben doch die Verantwortung für das Tier." Das sah der Rentner ein und zahlt nun eine Geldbuße von 200 Euro.

"Stupsi ist ja jetzt auch gut untergebracht", sagte er zum Abschied. Der Pudel wurde inzwischen an andere Tierfreunde vermittelt.

Mischlingspudel "Stupsi" wurde vom Tierheim aufgepäppelt und inzwischen weitervermittelt.
Mischlingspudel "Stupsi" wurde vom Tierheim aufgepäppelt und inzwischen weitervermittelt.  © privat

Titelfoto: Norbert Neumann, privat

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