Dresdner Szene-Restaurant soll in China nachgebaut werden

Dresden - Als weitgereister Gastronom ist Boris Kögel (40) ja einiges gewöhnt.

Servicekraft Melanie (44) beschriftet die Speisekarten auf den Tafeln per Hand.
Servicekraft Melanie (44) beschriftet die Speisekarten auf den Tafeln per Hand.  © Petra Hornig

Aber was diese Woche passiert, gehört auch für ihn zu den größten Abenteuern seines Lebens. Der Betreiber der "Lila Soße" (Kunsthofpassage in der Neustadt) sitzt im Flieger nach China!

Es wird kein Urlaub, sondern ein Arbeitsbesuch. Denn die Chinesen wollen sein lauschiges Restaurant im "Hof der Fabelwesen" original nachbauen. Wie kam das denn?

"Warum die ausgerechnet mich wollen, ist mir auch noch nicht klar", sagt Kögel. "Im November bekam ich eine Mail, wollte sie als 'Spam' schon in den Papierkorb schieben. Doch dann las ich sie genauer - und war baff. Es geht um ein gigantisches Projekt."

Das nennt sich "Ocean Flower Island", kostet rund 20 Milliarden Euro und soll im kommenden Jahr fertig sein. Vor der Insel Hainan im Süden Chinas entsteht (ähnlich wie "The Palm" in Dubai) eine künstliche Inselgruppe mit Business- und Erlebniswelten.

Das wird Kögel sich diese Woche ansehen und ist schon völlig gespannt: "Krasse Konstruktion! Mal schauen, wie wir reinpassen. Ich werde bei meiner Rückkehr berichten."

Während der Dreharbeiten zu "Grand Budapest Hotel" besuchte ein Teil der Crew mit Hollywood-Stars die "Lila Soße". Hintere Reihe von links: Jeff Goldblum, Regisseur Wes Anderson), Willem Dafoe und Edward Norton. Vorn Mitte: Chef Boris Kögel.
Während der Dreharbeiten zu "Grand Budapest Hotel" besuchte ein Teil der Crew mit Hollywood-Stars die "Lila Soße". Hintere Reihe von links: Jeff Goldblum, Regisseur Wes Anderson), Willem Dafoe und Edward Norton. Vorn Mitte: Chef Boris Kögel.

Gründe, warum die Chinesen ihre Mandelaugen auf ihn geworfen haben, gibt es aber schon: In der "Lila Soße" futtern mehr Prominente als gemeinhin bekannt ist. Beispielsweise war die Crew des Görliwood-Projekts "Grand Budapest Hotel" mit Regisseur Wes Andersen samt den Superstars Eduard Norton, Willem Dafoe und Jeff Goldblum dort. Zudem berichtete die "New York Times" schon über ihn. Sowas spricht sich eben auch bis nach Asien rum ...

Warum heißt der Laden "Lila Soße"?

Gastwirt Kögel eröffnete das Restaurant im August 2010, nach Stationen in Sydney, Bali, Barcelona, Berlin und Hamburg. 70 Plätze. Motto: Junge deutsche Küche, u.a. in Weckgläsern (klein/groß, kalt/warm). Und warum die Farbe? Kögel: "Lila steht für Kreativität, Moderne, Fantasie und Individualität." Etwas mystischer ausgedrückt, passend zum Standort: "Lila ist die Farbe des Geheimnisvollen, der Magie und Geister: Eigenschaften des Standortes, dem Hof der Fabelwesen", heißt es auf der Homepage.

So riesig ist das Projekt "Ocean Flower Island"

Diese Einladung aus China bekam Restaurant-Chef Kögel.
Diese Einladung aus China bekam Restaurant-Chef Kögel.

Auf drei künstlichen Inseln baut Investor Evergrande eine gigantische Erlebniswelt, die insgesamt 381 Hektar groß werden soll (das entspricht etwa 160 Mal der Größe des Dresdner Zwingers).

Geplant sind Dutzende Hotels, Einkaufszentren, das größte Konferenzzentrum der Welt, dazu Erlebniswelten, Museen und ein Opernhaus.

Auf einer "Deutschen Straße" soll die "Lila Soße" entstehen.

Die "Lila Soße", lauschig gelegen im "Hof der Fabelwesen" in der Neustädter Kunsthofpassage. Bald auch in China?
Die "Lila Soße", lauschig gelegen im "Hof der Fabelwesen" in der Neustädter Kunsthofpassage. Bald auch in China?  © Petra Hornig

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