Die Rückkehr der Zebrastreifen: Mindestens 20 neue Überwege für Dresden?

Dresden - Mehr Zebrastreifen für Dresden: Per Stadtratsbeschluss soll die Verwaltung verdonnert werden, bis Ende des Jahres 20 neue Fußgängerüberwege zu schaffen.

Ulrike Caspary (51, Grüne) will mehr Zebrastreifen für Dresden.
Ulrike Caspary (51, Grüne) will mehr Zebrastreifen für Dresden.  © Steffen Füssel

Etwa 5 000 Autos nutzen pro Tag die Marienstraße als schnelle Verbindung zwischen Dr.-Külz-Ring und Postplatz. Zwischendrin wuseln Radler, Laster müssen auf die Baustellen an der Wallstraße. Platz für Fußgänger bleibt kaum.

Die Marienstraße ist eine von mittlerweile weit über 30 Straßen, an denen sich Linke, Grüne und SPD einen Zebrastreifen wünschen. Der Stadtratsantrag dazu stammt aus dem Februar. Seither hatten alle Ortschaften und auch die Interessenvereinigung "FUSS" Gelegenheit, weitere Gefahrenstellen zu benennen.

Am Donnerstag wird der Antrag mit hoher Wahrscheinlichkeit im Rat beschlossen. Die Stadt um Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (41, Grüne) ist dann aufgefordert, bis Ende des Jahres 20 Zebrastreifen (und später noch mehr) einzurichten.

Zusätzlich soll es eine PR-Kampagne für die Zebrastreifen geben.

Zebrastreifen sind eine besonders kostengünstige Art der Straßenquerung.
Zebrastreifen sind eine besonders kostengünstige Art der Straßenquerung.  © Steffen Füssel

Dresden ist tatsächlich eine Metropole mit relativ wenig Fußgängerüberwegen. Stadtweit gibt es 21 - sechs mehr als noch vor fünf Jahren. Das ergab eine Anfrage von Linken-Chef André Schollbach (39).

Sind 20 neue Zebrastreifen bis Ende des Jahres da realistisch? "Die Verwaltung prüft aktuell die aus den Reihen der Politik oder Öffentlichkeit eingebrachten Vorschläge. Richtlinien regeln aber sehr genau, wann Fußgängerüberwege angelegt werden dürfen - und wann wir dies nicht tun dürfen", sagt Straßen- und Tiefbauamtschef Reinhard Koettnitz (63) verhalten.

"Zebrastreifen sind günstiger als Ampeln und komfortabler. Sie sind eine wichtige Verbesserung, andere Städte machen das vor", sagt dagegen Grünen-Stadträtin Ulrike Caspary (51), die sich auch spezielle Kinderzebrastreifen für Dresden wünscht.

Die Stadt selbst plant momentan keine neuen Zebrastreifen, wohl aber sogenannte Querungshilfen, etwa am Käthe-Kollwitz-Ufer.
Die Stadt selbst plant momentan keine neuen Zebrastreifen, wohl aber sogenannte Querungshilfen, etwa am Käthe-Kollwitz-Ufer.  © Steffen Füssel
Viele Dresdner queren die Marienstraße, zum Beispiel um einkaufen zu gehen.
Viele Dresdner queren die Marienstraße, zum Beispiel um einkaufen zu gehen.  © Steffen Füssel
Vor allem Senioren haben Schwierigkeiten, schnell über die Marienstraße (Innenstadt) zu kommen.
Vor allem Senioren haben Schwierigkeiten, schnell über die Marienstraße (Innenstadt) zu kommen.  © Steffen Füssel

Titelfoto: Steffen Füssel


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