Diese Experten sollen den Fall al-Bakr restlos aufklären

Herbert Landau übernimmt den Vorsitz der Expertenkommission.
Herbert Landau übernimmt den Vorsitz der Expertenkommission.  © Imago

Dresden - Im Fall des toten Syrers Al-Bakr zieht Sachsen jetzt das Tempo an: Kaum 48 Stunden nach dem Kabinettsbeschluss für eine unabhängige Experten-Kommission, die den Fall untersuchen soll, stehen alle Mitglieder fest.

Heißen wird die Kommission "Polizeiliche Ermittlungsarbeit und Strafvollzug bei terroristischen Selbstmordattentätern am Fall Al-Bakr". Den Vorsitz übernimmt der ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht, Herbert Landau.

Weiter gehören dem Gremium an: Katharina Bennefeld-Kersten. Die Psychologin war Direktorin der JVA Celle und leitete 2002-2012 den Kriminologischen Dienst des Bildungsinstituts des niedersächsischen Justizvollzugs. Heinz Fromm. Er war von 2000 bis 2012 Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Sowie Jürgen Jakobs. Er war Inspekteur der Polizei des Landes Brandenburg.

Auch Jürgen Jakobs (links) untersucht die Vorfälle.
Auch Jürgen Jakobs (links) untersucht die Vorfälle.  © DPA

Die Kommission soll noch diesen Monat ihre Arbeit aufnehmen. Ziel laut Ministerpräsident Stanislaw Tillich (57, CDU): Eine umfassende und unabhängige Analyse und Bewertung der Vorgänge. 

"Uns es geht um ganz konkrete Empfehlungen für die Arbeit der sächsischen Behörden. Dabei wird auch zu prüfen sein, ob die Maßstäbe in der Justiz den Herausforderungen gerecht werden. Und es geht um die Frage, ob Gesetze und Vorschriften angepasst werden müssen."

Die Kommission wird von einer eigenen Geschäftsstelle unterstützt. Ihr sollen Mitarbeiter aus der Verwaltung des Freistaates angehören. Sie werden unter Koordination und Steuerung des Leiters der Kommission erforderliche Unterlagen beschaffen und auswerten.

Am Ende dokumentiert die Expertenkommission ihre Ergebnisse in einem Bericht an die Staatsregierung. So sollen die Umstände der Aufnahme und Inhaftierung der Verdächtigen in den JVA Dresden und Leipzig beleuchtet werden.

Zum Auftrag der Kommission gehört außerdem die Untersuchung der Standards zur Suizidprävention in sächsischen Haftanstalten. Schließlich hatte sich Al-Bakr in seiner Zelle selbst erhängt (TAG24 berichtete). 

Der Terrorist al-Bakr nahm sich in der JVA Leipzig das Leben.
Der Terrorist al-Bakr nahm sich in der JVA Leipzig das Leben.  © Imago

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