Sachsens erstes Ankerzentrum: Hier wurden schon 900 Flüchtlinge "durchgeschleust"

Dresden - Lange wurde darum gestritten, seit August läuft der Betrieb im sächsischen Ankerzentrum für Flüchtlinge in Dresden.

Zu Beginn werden Fingerabdrücke von den Flüchtlingen genommen. Identitäten sollen zweifelsfrei festgestellt werden.
Zu Beginn werden Fingerabdrücke von den Flüchtlingen genommen. Identitäten sollen zweifelsfrei festgestellt werden.  © Steffen Füssel

Hier sollen Asylverfahren rechtssicher und schnell unter einem Dach durchgeführt werden. Ein Erfolg, findet der Innenminister.

"In Sachsen liegt die durchschnittliche Verfahrensdauer bei unter drei Monaten", so Minister Roland Wöller (48, CDU). Das Ankerzentrum ist eine Weiterentwicklung der Dresdner Erstaufnahme.

Der administrative Teil findet derzeit in einem provisorischen Containerdorf in der Dresdner Friedrichstadt statt. Ab 2020 sollen diese Aufgaben im ehemaligen Technischen Rathaus in Dresden erledigt werden. In direkter Nachbarschaft zur Erstaufnahme und Abschiebehaft.

601 Flüchtlinge sind derzeit in der Dresdner Erstaufnahme untergebracht. 900 Personen wurden seit August bereits im Ankerzentrum "durchgeschleust".

Hans-Eckhard Sommer (57), Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF): "Wir kommen hier zu sehr schnellen Asylanträgen und zu sehr schnellen Entscheidungen."

Heißt: In den Containern werden Schlag auf Schlag Identitäten abgeklärt (Fingerabdrücke etc.), Pässe überprüft, Sprachchecks zur Bestimmung des Herkunftslandes gemacht, bei Bedarf Handys der Flüchtlinge ausgelesen und die Asylanträge gestellt.

Auch der Medizin-Check findet hier statt. Landesdirektion, BAMF und das Dresdner Gesundheitsamt arbeiten zusammen. Ob auch das Verwaltungsgericht präsent sein wird, ist noch unklar.

Vorerst soll es bei einem Ankerzentrum in Sachsen bleiben.

Die einzelnen Asyl-Verfahrensschritte werden in den Container-Büros abgearbeitet. Zuständig ist u.a. Herr Loose.
Die einzelnen Asyl-Verfahrensschritte werden in den Container-Büros abgearbeitet. Zuständig ist u.a. Herr Loose.  © Steffen Füssel
Das Übergangs-Ankerzentrum in Dresden: Anker steht für Ankunft, Entscheidung und Rückführung.
Das Übergangs-Ankerzentrum in Dresden: Anker steht für Ankunft, Entscheidung und Rückführung.  © Steffen Füssel

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