Lob und Tadel für Sachsens Schulpolitik

Dresden - Gute Noten für Sachsen vom Bildungsbericht. Es läuft bei der Förderung der Oberschulen, bei der dualen Berufsausbildung und dem Bildungstand an sich prima. Zugleich bestehen Mängel, die der Freistaat nicht mehr auf die lange (Schul)Bank schieben darf, so die Autoren.

Sachsens Schüler haben ein besonders gleichmäßiges Bildungsniveau, lautet ein Ergebnis der Studie.
Sachsens Schüler haben ein besonders gleichmäßiges Bildungsniveau, lautet ein Ergebnis der Studie.  © dpa/Daniel Bockwoldt

"Wir haben es mit einer zunehmend zersplitternden Bildungslandschaft in Sachsen zu tun: das Angebot an öffentlichen Schulen nimmt ab, es gibt einen starken Zuwachs privater Schulen - und das bei steigenden Schülerzahlen", sagt Kai Maaz vom Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF) in Frankfurt/Main.

Der Professor hat für Sachsen einen neuen Bildungsbericht erstellt. Das Papier kommt nur alle fünf Jahre. Erstmals war jetzt mit dem DIPF ein unabhängiges Institut am Ball.

"Darüber hinaus haben wir einen wachsenden Anteil älterer Lehrkräfte ermittelt, die bald die Schulen verlassen", so Maaz weiter in der Negativliste.

"Und es gibt einen überdurchschnittlichen Anteil an Seiteneinsteigern bei den Lehrern." Konkret: Deutschlandweit seien acht Prozent Seiteneinsteiger registriert, in Sachsen aber 35 Prozent!

Auch bei der Kindertagesbetreuung sehe es in Sachen Personal im Bundesvergleich eher mau aus. Laut Bericht liegt der Betreuungsschlüssel für die unter Dreijährigen bei 1:6 (bundesweit 1:4), bei den über 3-Jährigen ist er 1:13 (1:9). Doch, und damit ist Maaz bei der Positivliste, der Freistaat gebe sich Mühe, stelle ein, baue die Betreuung gut aus.

Professor Kai Maaz vom Leibniz-Institut für Bildungsforschung.
Professor Kai Maaz vom Leibniz-Institut für Bildungsforschung.  © Norbert Neumann

Richtig klasse sei die Förderung der Oberschulen und der dualen Berufsausbildung.

Da mache Sachsen keiner etwas vor. Auch beim sehr gleichmäßigen Leistungsniveau.

Zudem: Nirgends anders machten so viele junge Erwachsene noch das Abi oder einen Ausbildung.

Auf der anderen Seite habe Sachsen bundesweit die meisten Schulabgänger ohne Abschluss, was aber - wieder positiv gesehen - am bemühen um ein gewisses Mindestniveau liegen könne.

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