So stillen die Sachsen ihren Durst

Kaffee schlürfen ist in Sachsen sehr beliebt.
Kaffee schlürfen ist in Sachsen sehr beliebt.  © 123RF

Dresden - Der Sommer schickte Sachsen in der vergangenen Woche einen heißen Gruß. Die Temperaturen kletterten über die 30 Grad-Marke - und mit ihnen der Absatz von Getränken in Supermärkten und Gastronomie. Mineralwasser, Bier, Säfte, Limo: Lesen Sie hier, wie die Sachsen ihren Durst stillen.

Prost! Die Sachsen sind Spitze, wenn es um den jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von Bier geht. 135 Liter pichelte laut Sächsischem Brauerbund 2016 jeder einzelne Bürger des Freistaates. Zum Vergleich: Der Bundesschnitt lag bei 106 Liter pro Kopf und Jahr.

So viel floss 2015 durch deutsche Kehlen (Pro-Kopf-Verbrauch-Statistik): Wein 20,5 Liter, alkoholfreie Getränke 304 Liter sowie Heiß- und Hausgetränke 325 Liter.

Die Sachsen lieben es süß. Sie stoßen in fröhlicher Runde gern mit Likör an.
Die Sachsen lieben es süß. Sie stoßen in fröhlicher Runde gern mit Likör an.

Sonstige Alkoholgetränke: 136 Liter.

Bei den harten (bzw. süßen) Sachen greifen die Sachsen vorrangig zu Likören (41 Prozent), Klaren (31 Prozent) oder Weinbrand (15 Prozent; Quelle: Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie). Auffallender Getränke-Trend: Die Deutschen "schwören" seit Jahren immer mehr dem Alkohol ab. Gleichzeitig steigt der Mineralwasser-Durst in der Republik stetig. Fast 150 Liter trinkt mittlerweile jeder Deutsche pro Jahr. Erstaunlich, denn noch im Jahr 2000 lag der Wasser-Verbrauch lediglich bei 100 Liter.

"Stilles Wasser ist heute ein Trendgetränk - vor allem bei der jungen Generation im Alter von bis zu 35 Jahren“, sagt Alexander Schwarz vom Marktforschungsinstitut GfK. Mineralbrunnen, die stilles Wasser abfüllen, freuen sich darüber. Sie berichten von zweistelligen Zuwachsraten in diesem Segment. Ältere Verbraucher bevorzugten hingegen eher Wasser mit wenig Kohlensäure - zum Beispiel Medium-Wasser.

An Mineralwasser aus der Südsee oder von Grönland-Gletschern haben die meisten Sachsen kein (Kauf-)Interesse. Sie lassen "Protz-Wasser" von Edelmarken links liegen und greifen lieber bei den regionalen Anbietern und Abfüllern zu.

Marktforscher Schwarz merkt dazu an: "Trendbewusste Kunden entscheiden sich zudem immer häufiger für Glas- und gegen Kunststoff-Flaschen."

Leitungswasser ist ein geeigneter Durstlöscher
Leitungswasser ist ein geeigneter Durstlöscher

Hahn auf und gut...

Schnäppchen-Durstlöscher gesucht? Wasser aus der Leitung!

Es ist 24 Stunden in bester Trink-Qualität verfügbar.

Verbraucherschützer wie Philip Heldt von der Verbraucherzentrale schwärmen von dem unschlagbar günstigen Angebot.

"Den Hahn aufdrehen, warten bis das Wasser kühl wird und dann das Glas füllen", empfiehlt Heldt.

Um das Wasser geschmacklich aufzupeppen, empfiehlt er eine Scheibe Zitrone, Ingwer oder ein Blatt Minze mit ins Glas zu legen.

Erfrischungsgetränke aus der Region konnten zulegen.
Erfrischungsgetränke aus der Region konnten zulegen.  © Marko Förster

Fruchtige Vitaminbomben

Mehr Frucht, mehr Bio, mehr Exotik: Exklusive Erfrischungsgetränke aus der Region sind die Renner und Gewinner der Saison. Die Sachsen bevorzugen heimische Produzenten und Brunnen, wenn sie ihren Limo-Durst stillen wollen. Dabei bekommen klassische Geschmacksrichtungen wie Orange und Zitrone zunehmend Konkurrenz von spritzigen Getränken mit Limetten-, Mango- oder Ingwer-Note. GfK-Marktforscher Alexander Schwarz merkt an: "Im Hochpreissegment hat sich zudem eine enorme Angebotsvielfalt entwickelt. Diese Erfrischungsgetränke zeichnet Qualität und ein hoher Fruchtgehalt aus."

Brause als teures Lifestyleprodukt - das schlucken Trendsetter. Beispiel: Aronade von der Firma Aronia Original Naturprodukte aus Dresden.

Die Sachsen sind eine Nation von Biertrinkern. Im Freistaat wird besonders viel Bier gezischt.
Die Sachsen sind eine Nation von Biertrinkern. Im Freistaat wird besonders viel Bier gezischt.

Das Pilsner ist die beliebteste Biersorte

Pilsfreunde registrieren es wohlwollend: Das Angebot an Bier-Spezialitäten und -Mixgetränken ist gegenwärtig fast überschäumend! „So viel Vielfalt war noch nie“, freut sich auch der amtierende Geschäftsführer des sächsischen Brauerbundes Thomas Gläser. Die liebste Sorte der Sachsen ist Pilsner (über 65 Prozent Sortenanteil), gefolgt von Export (um 11 Prozent), Schwarzbier (rund 4 Prozent) und Bock (etwa 2 Prozent). Alkoholfreies Bier und Radler sind auf dem Vormarsch (um 7 Prozent). Die Kreativität der Brauer kennt momentan kaum Grenzen. So findet man im gut sortierten Handel auch Kreationen wie kaltgehopftes Indian Pale Ale, Whiskymalz-betontes Dunkelbier oder fruchtaromatisches Bier mit der Note von Williams-Christ-Birne.

Mehr als 310 Biermarken tragen das Label "Made in Sachsen". 64 Braustätten sind aktuell in Sachsen registriert (1993: 30). Der jährliche Gesamtbierabsatz liegt seit fast zwanzig Jahren bei mehr als acht Millionen Hektolitern. Damit belegt der Freistaat unangefochtenen Platz 3 in der Bier-Bundesligatabelle nach Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Bier aus Sachsen wird zunehmend auch exportiert.

Rotwein kommt bei vielen Sachsen besser an als Weißwein.
Rotwein kommt bei vielen Sachsen besser an als Weißwein.  © DPA

Lieber Rot- als Weißwein

Zu einem Glas Wein sagen die Sachsen selten „Nein“! Jede zweite Flasche Wein, die hierzulande geöffnet wird, haben Winzer aus deutschen Trauben gekeltert. Insgesamt trinken die Sachsen mehr Rot- als Weißwein. Doch wenn sie deutschen Wein kaufen, dann greifen sie lieber Weißwein - am liebsten Riesling.

Die Masse der Weine wird im Freistaat im Supermarkt und günstig zu Literpreisen unter drei Euro gekauft. Die hochpreisigen Erzeugnisse der sächsischen Winzer werden vor allem im Elbtal - und ab Hof - verkauft. Neben Sachsen greifen besonders Touristen zu.

Außerhalb des Freistaats werden höchstens 20 Prozent der sächsischen Weine abgesetzt.


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