Sachsens Finanzämter jagen Steuersünder jetzt digital

Finanzminister Georg Unland (63, CDU) mit einer typischen digitalen Kasse. Sie sind besonders manipulationsanfällig.
Finanzminister Georg Unland (63, CDU) mit einer typischen digitalen Kasse. Sie sind besonders manipulationsanfällig.  © Thomas Türpe

Dresden - Statt Kisten voller Akten müssen Sachsens Steuerfahnder immer öfter massenweise elektronische Daten auswerten. Die Finanzämter wollen daher bei den Ermittlern mit IT-Spezialwissen aufrüsten.

"Die Arbeit hat sich drastisch geändert - weg vom Papier", so Finanzminister Georg Unland (63, CDU). An zusätzliches Personal denkt er freilich nicht: Die IT-Ermittler sollen aus dem Bestand kommen.

Momentan sind 102 Steuerfahnder in Dresden, Chemnitz und Leipzig konzentriert. Neun von ihnen befassen sich allein mit der Sicherung, Aufbereitung und Auswertung von Daten - oft im Terabyte-Bereich.

Die Fahnder arbeiten auch mit Spezial-Software.

Ein IT-Steuerfahnder bei der Arbeit im Finanzamt Dresden-Nord. Er wertet etwa Festplatten aus, bereitet die Daten auf.
Ein IT-Steuerfahnder bei der Arbeit im Finanzamt Dresden-Nord. Er wertet etwa Festplatten aus, bereitet die Daten auf.

Auch das Internet selbst beschäftigt die Fahnder:

So ermittelt das Finanzamt Dresden-Nord pro Jahr etwa 100 Fälle, in denen Steuern bei eBay-Verkäufen hinterzogen werden. Oft nach Hinweisen enttäuschter Kunden.

Anfällig sind auch digitale Kassensysteme. Ein Steuerfahnder:

"Ich habe es noch nicht erlebt, dass an Kassen nicht getrickst wird." In der Gastronomie sei es ein beliebter Trick, nachts Umsätze zu stornieren. Dies sei oft später nicht mehr nachzuvollziehen.

Ab 2018 darf die Steuerfahndung aber auch unangemeldet Kassen kontrollieren. Ab 2020 sind zertifizierte Kassen mit Sicherheitsmodulen und Speichermedien Pflicht.


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