"Spannend und berührend!" Flüchtlinge führen durch ihr Dresden

Dresden - Ab sofort könnt Ihr Dresden ganz neu entdecken! Auf den Stadtführungen der etwas anderen Art zeigen Flüchtlinge ihren Blick auf die Sehenswürdigkeiten, erzählen dazu ihre persönlichen Geschichten.

Flüchtling und Neu-Dresdner Mohammad Nhar (26) führte am Mittwoch durch die Altstadt, verknüpfte die Stationen mit Erzählungen aus seiner syrischen Heimat, ging auch auf die "Schrottbusse" vor der Frauenkirche ein.
Flüchtling und Neu-Dresdner Mohammad Nhar (26) führte am Mittwoch durch die Altstadt, verknüpfte die Stationen mit Erzählungen aus seiner syrischen Heimat, ging auch auf die "Schrottbusse" vor der Frauenkirche ein.  © Norbert Neumann

Mohammad Nhar (26) floh 2015 vor dem Krieg aus Syrien, nun steht er auf der Brühlschen Terrasse, blickt auf die Elbe. "In meiner Heimat heißt Dresden auch Elbeprinzessin, weil es so schön ist. Vor dem Krieg plante ich, hier Urlaub zu machen", sagt der studierte Ingenieur in verständlichem Deutsch.

Doch alles kam anders. Mohammad erzählt von seiner lebensgefährlichen Flucht im Schlauchboot übers Mittelmeer. Am Neumarkt zeigt er Bilder seiner zerbombten Heimatstadt Daraa. "Die Frauenkirche hat so eine große Bedeutung für mich. Auch sie war einst kaputt. Heute sieht man es nicht mehr. Nur die dunklen alten Steine erinnern daran. Ich hoffe, dass auch meine Heimat irgendwann wieder so schön ist."

Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (40, Linke): "Spannend und berührend, wie sie die Stadt, wo sie jetzt leben, wahrnehmen. Führung und Perspektivwechsel fördern Begegnungen, Gespräche, bauen Vorurteile ab."

Der Verein "querstadtein" bietet die Stadtführungen (zwei Stunden, ab 8,50 Euro) nach Berlin jetzt auch in Dresden an, wird von der Zentrale für politische Bildung gefördert. Buchen könnt Ihr hier.


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