Wirbel um Ankerzentrum für Asylbewerber in Sachsen!

Dresden - Kommt nun das Ankerzentrum für Asylbewerber in Sachsen? Nach viel Verwirrung steht nun fest: Die Erstaufnahme in Dresden wird zu einem solchen Zentrum weiterentwickelt.

Hier soll das neue Ankerzentrum entstehen: Die Dresdner Erstaufnahme an der Hamburger Straße.
Hier soll das neue Ankerzentrum entstehen: Die Dresdner Erstaufnahme an der Hamburger Straße.  © Steffen Füssel

"Der Freistaat wird sich an Ankerzentren beteiligen", bekräftigte Ministerpräsident Michael Kretschmer (42, CDU). Zuvor hatte er für mächtig Verwirrung gesorgt, weil er gegenüber der "Freien Presse" gesagt hatte, es bleibe alles, wie es ist - zur Freude der SPD. Und Innenminister Roland Wöller (47, CDU) erklärte nun, ein zentrales Ankerzentrum sei nie geplant gewesen.

Nun ist die Sprachregelung: Die Erstaufnahmen in Leipzig und Chemnitz bleiben bestehen, in Dresden wird diese zum Ankerzentrum ausgebaut.

Hinter diesem Pilotprojekt des Bundes steht die Idee, dass im Asylverfahren alles unter einem Dach erledigt wird. Und zwar von der Registrierung bis zur Abschiebung oder der Verteilung auf die Kommunen.

In Dresden sollen daher noch Außenstellen des Verwaltungsgerichts und des Bundesamtes für Migration hinzukommen.

Kommunikative Verwirrung: Ministerpräsident Michael Kretschmer (42, r.) und Innenminister Roland Wöller (47, beide CDU) versuchten gestern ihre Pläne klarzustellen.
Kommunikative Verwirrung: Ministerpräsident Michael Kretschmer (42, r.) und Innenminister Roland Wöller (47, beide CDU) versuchten gestern ihre Pläne klarzustellen.  © dpa/Monika Skolimowska

Zudem wird geprüft, ob dort auch die Anerkennungsverfahren für unbegleitete Minderjährige konzentriert werden können. Zudem entsteht dort am Standort bereits der Abschiebegewahrsam und -haft.

Für das Projekt hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer (68, CSU) getrommelt - mit mäßigem Erfolg.

Es gab heftige Kritik - auch in Sachsen vom Koalitionspartner SPD. Kritiker sprechen von Lagern mit hohem Gewaltpotenzial. Ein Ankerzentrum soll Platz für bis zu 1500 Menschen bieten.

Kretschmer verwies darauf, dass in Sachsen Flüchtlinge mit geringer Bleibeperspektive bereits seit längerer Zeit nicht mehr auf die Kommunen verteilt werden.

"Daher haben wir auch den Bund bestärkt, dieses Prinzip deutschlandweit umzusetzen."

Asylbewerber in einer Erstaufnahme: Ankerzentren sind heftig umstritten. Viele Bundesländer wollen sich nicht am Pilotprojekt beteiligen.
Asylbewerber in einer Erstaufnahme: Ankerzentren sind heftig umstritten. Viele Bundesländer wollen sich nicht am Pilotprojekt beteiligen.  © dpa/Boris Roessler

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