Innenminister Wöller warnt: Enkel-Trickser immer dreister!

Dresden - Fast täglich werden in Sachsen "Enkeltrick"-Fälle bekannt: Gauner rufen vorzugsweise Senioren an, geben sich als Verwandte in einer Notlage aus und bitten um Geld. Immer wieder haben sie Erfolg. Die Zahl der Fälle steigt jedes Jahr.

Vor allem ältere Frauen sind Opfer. Die Polizei rät, sich nicht unter Druck setzen zu lassen.
Vor allem ältere Frauen sind Opfer. Die Polizei rät, sich nicht unter Druck setzen zu lassen.  © imago images/allOver-MEV

Mal wird eine ältere Dame in Hainichen um 60.000 Euro "erleichtert", mal verhindert gerade noch ein Bank-Mitarbeiter in Chemnitz, dass eine Seniorin 91.000 Euro an Betrüger übergibt.

Die Zahl solcher Fälle steigt: Im Jahr 2015 gab es 309 derartiger Betrügereien, immerhin waren nur neun erfolgreich. Schaden: 122.600 Euro. Das teilte Innenminister Roland Wöller (49, CDU) auf AfD-Anfrage mit.

Ein Jahr später waren es bereits 330 Fälle, davon 19 erfolgreich - mit einer Schadenssumme von 123.053 Euro. Spitzenreiter war bislang das Jahr 2018: 569 Fälle wurden registriert, davon 42 erfolgreich. Schaden: über eine halbe Million Euro. Für das erste Halbjahr 2019 weist die Statistik 394 Fälle auf, 20-mal waren die Betrüger dabei erfolgreich. Schaden bisher: 256.900 Euro.

Regionale Schwerpunkte für "Enkeltricks" sind seit 2015 die Kreise Bautzen und Görlitz sowie die Stadt Leipzig.

Die große Mehrheit der Opfer sind Frauen, oft über 80 Jahre alt. Ermittelt wurden aber seit 2015 nur wenige Tatverdächtige: zehn Polen, acht Deutsche und zwei Tschechen.

Wöller verweist auf Seniorenveranstaltungen der Fachdienste Prävention der Polizei, auch zum Thema "Enkeltrick". "So werden Erscheinungsformen beschrieben und Empfehlungen gegeben, um nicht Opfer des ,Enkeltricks' zu werden", so der Minister.

Titelfoto: imago images/allOver-MEV

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