Verwaltung überaltert: Hier gibt's bald jede Menge Landes-Jobs

Dresden - Im Wettbewerb um Fachkräfte gibt der Freistaat ein lang gehegtes Dogma auf - die behördeninterne Ausschreibung freier Stellen. Jobs im öffentlichen Landesdienst sollen fortan sofort und für alle zugänglich im Internet ausgeschrieben werden.

Staatskanzlei-Chef Oliver Schenk (CDU) startet im August Sachsens Karriereportal.
Staatskanzlei-Chef Oliver Schenk (CDU) startet im August Sachsens Karriereportal.  © Amac Garbe

Sachsens Verwaltung ist total überaltert. Nach Angaben der Staatskanzlei scheiden bis 2030 mehr als die Hälfte der Landesbeschäftigten altersbedingt aus dem Dienst aus.

Um die Lücken zu schließen, braucht das Land in den nächsten Jahren jede Menge qualifiziertes Fachpersonal.

Mit dem ebenso überalterten bisherigen Bewerbungsprozedere wird das nicht zu machen sein.

Deshalb beschloss das Kabinett in seiner jüngsten Sitzung, freie Stellen fortan nicht mehr erst intern, sondern sofort über ein zentrales Stellenportal öffentlich auszuschreiben. Am 1. August startet das "Karriereportal Sachsen" (www.karriere.sachsen.de).

Vom Forstwirt über Denkmalschützer, Schulpsychologen bis hin zum Justizwachtmeister - hier wird fortan nahezu jede offene Landesstelle ausgeschrieben sein.

"Die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt um die besten Fachkräfte ist jetzt schon spürbar. Deshalb sind wir an dem Thema dran. Das Karriereportal ist dabei ein wichtiger Baustein", erklärte der Chef der Staatskanzlei, Oliver Schenk (CDU). Es gelte, gut ausgebildete neue Fachkräfte in allen Bereichen langfristig an den Freistaat zu binden, so Schenk.

Eine Schulpsychologin bei der Arbeit. Auch eine solche Stelle ist ab Januar 2019 beim Dresdner Landesamt für Schule und Bildung zu besetzen.
Eine Schulpsychologin bei der Arbeit. Auch eine solche Stelle ist ab Januar 2019 beim Dresdner Landesamt für Schule und Bildung zu besetzen.  © 123RF (Symbolbild)
Auch auf dem Bau sind noch zahlreiche Lehrstellen zu besetzen, vor allem bei den Dachdeckern.
Auch auf dem Bau sind noch zahlreiche Lehrstellen zu besetzen, vor allem bei den Dachdeckern.  © DPA

Noch immer Tausende ohne Ausbildungsplatz

Kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres sind in Sachsen noch 7 590 Jugendliche ohne Lehrstelle. Nach Angaben von Sachsens Arbeitsagentur sind gleichzeitig aber noch immer 9 733 Ausbildungsstellen unbesetzt.

Jugendliche und Firmen fänden oft nicht zueinander, weiß Agentursprecher Frank Vollgold. Das liege zum einen daran, dass Angebot und Nachfrage regional nicht zusammenpassen.

"Andererseits sind die Wunschberufe der Jugendlichen oft andere als die angebotenen Lehrstellen", so Vollgold.

So wollen etwa deutlich mehr junge Menschen Verkäufer werden als es freie Lehrstellen gibt. Gleichzeitig fehle es in ähnlichen Berufen wie bei Groß- und Außenhandelskaufleuten an Bewerbern.

Auch ein Grund für das Missverhältnis sind schlechte Schulnoten.


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