30. Jahrestag: Verschläft Sachsen die Friedliche Revolution?

Dresden - Im Herbst 1989 zwangen die Ostdeutschen das DDR-Regime in die Knie. 2019 jährt sich die friedliche Revolution zum 30. Mal. Doch vieles gerät allmählich in Vergessenheit.

Am 19. Dezember 1989 sprach Helmut Kohl vor den Ruinen der Frauenkirche. Das Bild ging in die Geschichtsbücher ein.
Am 19. Dezember 1989 sprach Helmut Kohl vor den Ruinen der Frauenkirche. Das Bild ging in die Geschichtsbücher ein.  © imago/Sven Simon

Doch vieles gerät allmählich in Vergessenheit. Vor allem Jugendliche sehen die DDR nicht mehr als Unrechtsstaat. Verschläft die Regierung jetzt auch noch das wichtige Jubiläum?

Das zumindest kritisieren die Grünen. Die Fakten: Für das 25-jährige Jubiläum hatte die Regierung frühzeitig Gelder in den Haushalt eingestellt, weit im Voraus Förderrichtlinien aufgestellt und eine Expertenkommission einberufen. Doch Mitte 2018 fehlen noch immer Konzept, Kommission und Gelder, kritisieren die Grünen.

"Die Friedliche Revolution ist eines der bedeutendsten Ereignisse der jüngeren deutschen Geschichte. Ich erwarte von der Staatsregierung, dass sie die Planungen zügig voranbringt", so Claudia Maicher (39), kulturpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen.

Ihre Sorge: "Anderenfalls droht eine angemessene Begehung des Jubiläums auszufallen." Ein jetzt eingereichter Antrag im Landtag soll das ausbügeln.

Diese Kritik lockt die Regierung zumindest aus der Deckung: "Wir beabsichtigen für die Begehung der Feierlichkeiten sowie für eine Förderrichtlinie Mittel in ähnlicher Höhe wie für das 25-jährige Jubiläum aufzunehmen", sagt Regierungssprecher Ralph Schreiber (47).

Gefördert werden sollen Initiativen, die nicht nur die Menschen ansprechen, die den Umbruchprozess selbst noch miterlebt und mitgestaltet haben, sondern auch nachfolgende Generationen, die diesen historischen Einschnitt nicht mehr selbst miterlebt haben.

"Die Staatsregierung beabsichtigt, sich bei der Projektauswahl ergänzendem externen Sachverstandes zu bedienen", so Sprecher Schreiber weiter.

Claudia Maicher (39, Grüne) kritisiert das Zögern der Regierung.
Claudia Maicher (39, Grüne) kritisiert das Zögern der Regierung.  © Norbert Neumann
Vor den Feierlichkeiten zum 25. Jubiläum fanden sie früh Experten um Jürgen Bönninger (v.l.), Christian Behr, Barbara Feichtinger und Frank Richter zusammen.
Vor den Feierlichkeiten zum 25. Jubiläum fanden sie früh Experten um Jürgen Bönninger (v.l.), Christian Behr, Barbara Feichtinger und Frank Richter zusammen.  © Thomas Türpe

Titelfoto: imago/Sven Simon


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