Tafel-Ärger in Freital: "Das Rathaus lässt uns im Stich"

Freital - An der Freitaler Tafel klappt es gut zwischen Einheimischen und Flüchtlingen (TAG24 berichtete).

Freitals Tafel-Chefin Karin Rauschenbach (50) klagt über mangelnde Hilfe seitens der Stadt.
Freitals Tafel-Chefin Karin Rauschenbach (50) klagt über mangelnde Hilfe seitens der Stadt.  © Ove Landgraf

Doch für die Arbeit der 33 ehrenamtlichen Mitarbeiter fehle es der Stadt an Wertschätzung, bedauert Chefin Karin Rauschenbach (50): "Das Rathaus lässt uns im Stich."

1000 Bedürftige werden durch die Tafel versorgt. Für so ein kleines Örtchen (rund 39.000 Einwohner) sind das viele.

"Der Anteil an Alten wächst beständig. Dass deren Rente nicht mal fürs Essen reicht, finde ich sittenwidrig. Wir holen für die Stadt hier die Kohlen aus dem Feuer", sagt Chefin Rauschenbach. "Wir bekommen von der Stadt aber keine Unterstützung."

So habe sich etwa Oberbürgermeister Uwe Rumberg (59, CDU) trotz mehrerer Einladungen nicht ein Mal blicken lassen. "Als der Transporter kaputt war, wurde ein Antrag zur Reparatur abgelehnt, ebenso wie weitere Förderanträge."

Freitals Sozialbürgermeister Peter Pfitzenreiter (30) weist die Vorwürfe zurück.

So erfolge eine Würdigung der Tafel bei der jährlichen Ehrenamtsveranstaltung. Bei den Anträgen seien trotz Nachforderungen nötige Unterlagen nicht eingereicht worden. "Wir sind sehr dankbar für das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder und Helfer des Vereins", so Pfitzenreiter.

Die Gräben zwischen Tafel und Stadt sind aber nicht unüberwindbar. Für die nächste Weihnachtsfeier sucht die Tafel noch Hilfe und einen Raum für 200 Gäste.

Im Rathaus weisen die Verantwortlichen die Vorwürfe zurück.
Im Rathaus weisen die Verantwortlichen die Vorwürfe zurück.  © Ove Landgraf