Legendäres Skatspiel von 1984 wieder zurück

Dresden - August der Starke (1670-1733) ließ sich nicht gern in die Karten gucken. Doch seit ein paar Tagen können Sie mit August immer den Stich machen!

Ab jetzt darf August dem Starken wieder in die Karten geschaut werden.
Ab jetzt darf August dem Starken wieder in die Karten geschaut werden.  © Norbert Neumann

Das Skatspiel "August der Starke 1670-1733" (von 1984) von dem berühmten Maler und Grafiker Günter Schmitz (1909-2002) hat die Dresden Information in einer Sonderauflage von 2000 Stück drucken lassen.

August selbst lächelt von den Königskarten aus verschiedenen Abschnitten seines Lebens, hervorgehoben sind seine Charaktereigenschaften. Dass er viel Geld brauchte, den Prunk, Exotisches und die Frauen liebte, ist unübersehbar.

Seine Buben - der Hofjuwelier Melchior Dinglinger oder der Porzellanerfinder Johann Friedrich Böttger etwa - waren die Grundlage für die Verwirklichung seiner Träume. Bei den Damen hätte man das Blatt locker erweitern können.

Die Gräfin Cosel - die Lieblingsmätresse - fehlt indes nicht. Man kann es mischen, wie man will: Das Blatt bleibt schillernd wie August und seine Zeit selbst. An Hofnarr Fröhlich kommt niemand vorbei - er lächelt auf der Rückseite jeder Karte.

"Das war eine fast wissenschaftliche Arbeit", sagt Sabine Meyer (74), Tochter des Künstlers. Denn über mehrere Monate hatte Günter Schmitz sich intensiv mit August dem Starken, der Mode und seinen Beziehungen beschäftigt.

Sven Ruschau (41) von der Dresden Information zeigt die Sonderauflage des Kult-Skatspiels von 1984.
Sven Ruschau (41) von der Dresden Information zeigt die Sonderauflage des Kult-Skatspiels von 1984.  © Norbert Neumann

Der gebürtige Chemnitzer Schmitz forschte in Bibliotheken und Archiven, bevor er mit den ersten Zeichnungen begann.

Den Auftrag hatte Schmitz von der DEWAG (Deutsche Werbe- und Anzeigengesellschaft) erhalten.

"Wir hatten schon länger vorgehabt, das Kartenspiel wieder drucken zu lassen, unserem Vater zu Ehren und weil es eine Bereicherung für den Skatkartenmarkt ist", sagt Sabine Meyer.

Da kam der Anruf von der Dresden Information. "Gäste haben immer wieder nach besonderen Skatkarten gefragt", erklärt Sven Ruschau (41), Leiter der Dresden Information.

"Zur 300-Jahr-Feier des Zwingers im September 2019 ist das ein schöner Auftakt." Über Altenburg war der Kontakt zu den Kindern des Künstlers Günter Schmitz hergestellt worden.

Seit einer Woche sind die Karten jetzt in den Service-Centern der Dresden Information zu erhalten (5,90 Euro). "Mein Vater hätte sich sehr gefreut, wenn er das noch erlebt hätte", so seine Tochter.

Sabine Meyer (74), Tochter des Künstlers, mit den Original-Zeichnungen des Skatspiels.
Sabine Meyer (74), Tochter des Künstlers, mit den Original-Zeichnungen des Skatspiels.  © Norbert Neumann

Titelfoto: Norbert Neumann